Nach rechten Krawallen vor Notunterkunft: Gabriel in Heidenau

Nach rechtsradikalen Protesten vor einer Flüchtlingsunterkunft am Wochenende reist Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) heute ins sächsische Heidenau. Er will mit den dort untergebrachten Flüchtlingen sprechen.

Nach rechten Krawallen vor Notunterkunft: Gabriel in Heidenau
Gregor Fischer Nach rechten Krawallen vor Notunterkunft: Gabriel in Heidenau

Dafür ändert der Bundeswirtschaftsminister die Route seiner Sommerreise, die ihn bis Dienstagabend durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen führt. Gabriel ist das erste Mitglied der Bundesregierung, das sich angesichts der rechten Randale in Heidenau vor Ort ein Bild macht.

Am Sonntag waren bereits Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und mehrere seiner Minister in Heidenau. Dort hatten zwei Nächte in Folge Rechtsradikale und Rassisten vor einer neu eingerichteten Notunterkunft für Flüchtlinge randaliert und Polizisten angegriffen.

Gabriel hatte am Wochenende dem Koalitionspartner Union vorgeworfen, das Flüchtlingsproblem nicht entschlossen genug anzugehen. «Jetzt ist die Dramatik so groß geworden, dass ich hoffe, dass sich wirklich etwa ändert», sagte der SPD-Chef im ARD-Sommerinterview. Die weiter wachsende Zahl von Flüchtlingen bewertete er als die größte Herausforderung in Deutschland seit der Wiedervereinigung.