Nach Regen: Zwei French-Open-Mitfavoritinnen ausgeschieden

Erst spazierte Novak Djokovic mit einem French-Open-Regenschirm zur Freude der wartenden Fans über den Centre Court - dann wurde am Dienstag endlich auch wieder Tennis in Paris gespielt.

Nach Regen: Zwei French-Open-Mitfavoritinnen ausgeschieden
Robert Ghement Nach Regen: Zwei French-Open-Mitfavoritinnen ausgeschieden

Dabei schieden im Achtelfinale in der Weltranglisten-Zweiten Agnieszka Radwanska und der sechstplatzierten Simona Halep gleich zwei Mitfavoritinnen aus. Radwanska unterlag der Bulgarin Zwetana Pironkowa 6:2, 3:6, 3:6. Zum Zeitpunkt des Abbruchs wegen Regens am Sonntagabend hatte die Polin noch 6:2, 3:0 geführt. Am Dienstag gab sie - durch eine weitere Regenpause unterbrochen - zehn Spiele in Serie ab und ließ sich dann am Handgelenk behandeln. Die Wende gelang ihr danach nicht mehr.

Halep verlor im Duell zweier Ex-Finalistinnen in Paris 6:7 (0:7), 3:6 gegen die Australierin Samantha Stosur. Die Partie war am Sonntagabend wegen Regens beim Stand von 5:3 für die Rumänin vertagt worden. Am Dienstag holte sich die einstige US-Open-Siegerin Stosur noch den ersten Satz und ging mit einer 3:2-Führung im zweiten Durchgang in die Kabine. Nach zweieinhalb Stunden Wartezeit machte sie den Sieg perfekt und trifft nun auf Pironkowa.

Nach dem komplett abgesagten Montags-Programm hatten die Partien schon mit einstündiger Verspätung begonnen, bis zum Nachmittag war nur eine gute halbe Stunde Tennis möglich. Bis dahin bestimmten abgedeckte Plätze, mit Pfützen bedeckte Planen und tapfere Zuschauer unter Schirmen am zweiten Tag nacheinander zunächst das Bild im Stade Roland Garros.

Besonders unerfreulich verlief der Vormittag für den Weltranglisten-Ersten Djokovic, der Serbe verlor auf dem spärlich besetzten Centre Court Philippe Chatrier den ersten Satz gegen den Spanier Roberto Bautista-Agut 3:6. Vor der Wiederaufnahme borgte sich Djokovic von einer Zuschauerin einen Schirm und inspizierte den roten Sand, auf dem auch bei leichtem Nieselregen gespielt werden kann.

Noch ist der Rückstand im Turnierplan aufzuholen, weil die Damen problemlos wie bei normalen Turnieren auch jeden Tag spielen können. Enger könnte es für die Herren werden, weil sie bei den Grand Slams bis zu fünf Sätze pro Match absolvieren müssen und danach eigentlich einen Tag Pause bekommen sollen. Turnierdirektor Guy Forget hatte schon am Montag angedeutet, dass davon notfalls abgewichen werden müsse. «Djokovic und Murray sind unglaubliche Athleten, sie schaffen das», sagte der frühere Weltklasseprofi.

Im schlimmsten Fall hält Forget aber auch ein Herren-Finale am Montag für denkbar, wie im Jahr 2012. Damals war Djokovic in einem Endspiel über zwei Tage Rafael Nadal unterlegen. Bei den US Open hatte es von 2008 an fünf Jahre in Serie Endspiele erst am Montag gegeben. Ab der kommenden Austragung im Spätsommer gibt es bei dem jahrelang vom Wetter gebeutelten Turnier aber einen Centre Court mit Dach.

Die French Open müssen laut Forget zumindest keinen Verlust fürchten, wenn die Zuschauer bei einer kompletten Absage den Eintritt erstattet bekommen und bei weniger als einer Stunde Spielzeit die Hälfte zurückverlangen können. Das Turnier sei für solche Fälle versichert. Das Geld sei aber eh uninteressant. «Unsere Sorge ist, ein gutes Bild abzugeben», sagte Forget, «und das hier ist kein gutes Zeichen.»