Nach Rekordjahr: Was bringt 2015 für Taylor Swift?

Bestseller-Album veröffentlicht, vom «Time»-Magazin auf das Cover gehoben und zur «wichtigsten aktuellen Künstlerin» ernannt, schlagzeilenträchtiger Streit mit dem Musik-Streamingdienst Spotify und Umzug nach New York: 2014 war das Jahr von Taylor Swift.

Nach Rekordjahr: Was bringt 2015 für Taylor Swift?
Jason Szenes Nach Rekordjahr: Was bringt 2015 für Taylor Swift?

«Seit einem Jahrzehnt geht es für sie immer weiter nach oben, aber 2014 ist sie in neue Höhen aufgestiegen», attestierte selbst die renommierte «New York Times» dem Pop-Phänomen. Die 25-Jährige sei «das beliebteste Mädel weit und breit».

Wo auch immer es im vergangenen Jahr angesagte Partys gab, Swift war dabei und meistens ganz vorne - ob bei den Golden Globes in Los Angeles, der «Victoria's Secret»-Modenschau in London oder dem Silvesterspektakel am New Yorker Times Square. Um sie herum scharte sich meist ihre Clique bester Freundinnen, bestehend aus ähnlich einflussreichen Promis wie beispielsweise dem Model Karlie Kloss, der Sängerin Lorde oder der Schauspielerin Lena Dunham. Fast 50 Millionen Menschen folgen Swift inzwischen beim Kurznachrichtendienst Twitter. Ihr im Oktober veröffentlichtes Album «1989» verkaufte sich im vergangenen Jahr weltweit rund 3,7 Millionen Mal - so häufig wie kein anderes und so schnell wie seit mehr als zehn Jahren kein Album mehr.

Swift hat einen beeindruckenden Wandel hinter sich. Die 1989 im US-Bundesstaat Pennsylvania geborene Blondine wollte eigentlich Country-Sängerin werden und überredete ihre Eltern schon als Teenager, mit ihr deswegen in den US-Bundesstaat Tennessee zu ziehen. Von Nashville aus startete sie mit selbst geschriebenen Liedern ihren Country-Siegeszug und sammelte dutzende Preise ein. Gleichzeitig schien sie auch Männer zu sammeln und machte mit zahlreichen prominenten Begleitern und Trennungen - die sie sofort wieder zu neuen Songs verarbeitete - Schlagzeilen.

Das alles ist Vergangenheit: Anstelle ihrer langen Locken trägt Swift jetzt eleganten Bob, ihre Kleider sind enger und sexier. Die Wohnung in Nashville hat sie gegen ein Loft im angesagten New Yorker Stadtteil TriBeCa ausgetauscht. Die Millionenmetropole kürte sie daraufhin sofort zur «globalen Willkommensbotschafterin» - wenn auch nicht zur Freude aller New Yorker. Anstelle von Country singt Swift jetzt Pop und vom Online-Streamingdienst Spotify hat sie ihre Songs heruntergenommen aus Protest, weil der Musikern zu wenig zahle.

Mit Männern zeigt sich das Pop-Phänomen nicht mehr, dafür mit vielen coolen Freundinnen. «Sie hat Freundschaft cool gemacht», sagte die Herausgeberin der US-Zeitschrift «Glamour», Cindi Leive, der «New York Times». «So leben Frauen jetzt. Alle heiraten später und leben nicht unbedingt in der Nähe von ihrer Familie. Also ist ihre Mädels-Clique viel wichtiger als noch vor fünf oder zehn Jahren. Und sie bringt das wirklich gut rüber.»

Lässt sich das alles überhaupt noch toppen? Bei den Grammys könnte die vielfach nominierte Swift im Februar jedenfalls wieder abräumen. Erste Preise gab es bereits für sie: Bei den People's Choice Awards gewann Swift gerade drei Trophäen: Sie wurde als beste weibliche Künstlerin, beste Pop-Künstlerin und für ihren Song «Shake it Off» geehrt.

2015 scheint so weiterzugehen, wie es angefangen hat: In der Silvesternacht trat die Sängerin vor rund einer Million Menschen am New Yorker Times Square auf. Die Zuschauer kreischten, sangen mit und fotografierten. Viele weinten sogar vor Glück und Überwältigung. Swift selbst blieb bescheiden und begrüßte ihr neues Jahr auf Twitter schlicht mit: «Hi 2015.»