Nach Tianjin-Uglück: Minister muss gehen

Nach dem Explosionsunglück in Tianjin mit 114 Toten ist der chinesische Minister für Arbeitsschutz, Yang Dongliang, von seinen Pflichten entbunden worden.

Gegen den Chef der staatlichen Verwaltung für Sicherheit am Arbeitsplatz werde wegen «schwerer Verletzung von Disziplin und Gesetzen» ermittelt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Staatsagentur stellte keinen Zusammenhang mit der Katastrophe in Tianjin her, doch war Yang Dongliang bis Mai 2012 Vizebürgermeister der Metropole. Kommentatoren und Nutzer sozialer Medien wiesen auch auf seine Karriere erst in staatlichen Ölkonzernen und später in Tianjin in der chemischen Industrie hin. Er war noch am Montag im Rahmen der Aufräumarbeiten in Tianjin öffentlich aufgetreten.

Wegen des Ausmaßes der Zerstörungen und der großen Verärgerung im Volk gilt der Umgang mit dem Unglück als Test für die kommunistische Führung von Staats- und Parteichef Xi Jinping, wie einige Kommentatoren hervorhoben.

In einem Gefahrgutlager mit rund 3000 Tonnen Chemikalien war es am späten Mittwochabend vergangener Woche nach einem Brand zu heftigen Explosionen gekommen, die schwere Verwüstungen anrichteten.