Nach Zverev scheitert auch Kohlschreiber in Hamburg

Das Halbfinale beim Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum findet ohne deutsche Spieler statt. Der topgesetzte Philipp Kohlschreiber ist als letzter von sieben gestarteten Deutschen ausgeschieden.

Nach Zverev scheitert auch Kohlschreiber in Hamburg
Daniel Bockwoldt Nach Zverev scheitert auch Kohlschreiber in Hamburg

Der 32-jährige Augsburger kassierte im Viertelfinale eine 6:1, 0:6, 5:7-Niederlage gegen den Weltranglisten-153. Renzo Olivo aus Argentinien. In der 1:50 Stunden langen Partie verspielte die Nummer 22 der Tenniswelt eine 5:3-Führung im dritten Satz und vergab zwei Matchbälle.

Kohlschreiber hatte schon in den zwei Runden zuvor gegen Argentinier der zweiten Reihe über drei Sätze gehen müssen. Gegen Carlos Berlocq (6:3, 6:7 (5:7), 6:3) und Nicolas Kicker (4:6, 6:1, 6:2) kämpfte er sich aber noch durch. Gegen Olivo, den am niedrigsten Platzierten dieses Trios, lag Kohlschreiber zunächst souverän auf Siegkurs.

Im zweiten Satz folgte aber ein kompletter Einbruch des Routiniers, der bereits über die gesamte Woche hinweg enorm schwankende Leistungen gezeigt hatte. Im dritten Satz gab er das Match unerklärlicherweise aus der Hand. Hamburg bleibt damit weiter kein gutes Pflaster für den Bayern, der bei nunmehr zwölf Teilnahmen nur einmal das Halbfinale erreichte (2014).

Aus deutscher Sicht war das die zweite große Enttäuschung bei dem mit 1,39 Millionen Euro dotierten ATP-Event der 500er Serie. Der Hamburger Alexander Zverev war bei den 110. German Open bereits in der ersten Runde gescheitert. Das Hamburger Tennispublikum wartet damit weiter auf den nächsten deutschen Champion. Der letzte Erfolg gelang 1993 dem heutigen Turnierdirektor Michael Stich.

Olivo, der den mit Abstand größten Erfolg seiner Karriere feierte, trifft in der Vorschlussrunde auf den an drei gesetzten Pablo Cuevas aus Uruguay. Im zweiten Halbfinale spielt der 36-jährige Franzose Stéphane Robert entweder gegen den Slowaken Martin Klizan, die Nummer sieben der Setzliste, oder den Spanier Daniel Gimeno-Traver.