Nach Justizkrimi: Pressekonferenz zu Ex-Todeskandidatin

Nach einem jahrzehntelangen Rechtsstreit um die ehemalige US-Todeskandidatin Debra Milke kann die gebürtige Berlinerin ihr endgültiges Leben in Freiheit genießen.

Nach Justizkrimi: Pressekonferenz zu Ex-Todeskandidatin
Jones; Skelton & Hochuli Nach Justizkrimi: Pressekonferenz zu Ex-Todeskandidatin

Ein Gericht entschied gestern, dass das Verfahren gegen die 51-Jährige wegen der Ermordung ihres kleinen Sohnes endgültig eingestellt wird. Für heute haben ihre Anwälte eine Pressekonferenz angekündigt.

Ihre Unterstützer bezeichneten den Fall nach der Entscheidung als «unglaubliches Stück Ungerechtigkeit». Der Horror, in der Todeszelle auf die eigene Hinrichtung zu warten, sei nun überstanden, schrieben sie auf Milkes Facebook-Seite. Diese soll nun für ähnliche Fälle bestehenbleiben, um zu Unrecht Inhaftierte zu unterstützen. Milke selbst gab Reportern in Arizona auf Nachfrage am Montag zunächst keine Stellungnahme.

Die in Berlin geborene und in den USA aufgewachsene Tochter eines Amerikaners und einer Deutschen pochte in dem Fall stets auf ihre Unschuld. Sie war von einer Jury im Alter von 25 Jahren dafür verurteilt worden, 1989 zwei Männer angestiftet zu haben, ihren vier Jahre alten Sohn zu töten. Auch sie erhielten die Todesstrafe.

Der vier Jahre alte Christopher war mit einem Mitbewohner seiner Mutter und dessen Freund zu einem Ausflug aufgebrochen. Doch die Männer fuhren das Kind in die Wüste und töteten es durch mehrere Schüsse in den Kopf. Einer der beiden Männer hatte kurz darauf gestanden, die Polizei zum Tatort gebracht und Debra Milke belastet. Sie habe die Männer angestiftet und ihnen Geld geboten. Es gab jedoch keine direkten Beweise für ihre Verwicklung in den Fall. Vor zwei Jahren hob ein Berufungsgericht die Strafe schließlich auf.

Da Milke ihren Verteidigern zufolge zu Unrecht inhaftiert wurde, streben sie eine Zivilklage gegen den Staat Arizona und die Polizei an. Bei einem Erfolg könnte Milke Schadenersatz in Millionenhöhe bekommen.