Nachrichtensperre bei Mubarak-Prozess

Ägyptens Öffentlichkeit wird beim Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten Husni Mubarak vorübergehend ausgeschlossen. Das Gericht verordnete eine Nachrichtensperre für die kommenden drei Sitzungen.

Nachrichtensperre bei Mubarak-Prozess
Khaled Elfiqi Nachrichtensperre bei Mubarak-Prozess

Auch die bisher üblichen Live-Übertragungen im Fernsehen wird es damit nicht geben. Gründe dafür wurden zunächst nicht genannt.

Der im Arabischen Frühling gestürzte Langzeitmachthaber steht wegen der Tötung von mehr als 800 Demonstranten während der Massenproteste Anfang 2011 vor Gericht. Die nächsten Prozesstage sind am 19., 20. und 21. Oktober geplant.

Der 85-Jährige war in einem ersten Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde jedoch wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Im August war Mubarak zudem aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Seither lebt er in einem Militärkrankenhaus, wo ihn die Regierung unter Arrest gestellt hat.

Vor Gericht verantworten müssen sich auch Mubaraks Söhne Gamal und Alaa, der früheren Innenminister Habib al-Adli sowie weitere Getreue. Dem Ex-Innenminister und sechs ehemaligen leitenden Beamten des Ministeriums wird vorgeworfen, während der Massenproteste für die Schießbefehle verantwortlich gewesen zu sein. Mubaraks Söhne sind wegen Korruption angeklagt.