Nachtschichten für Praktikanten: Foxconn räumt Verstöße ein

Praktikanten mussten in einem Werk des weltgrößten Technologiezulieferers Foxconn teilweise Nachtschichten arbeiten und Überstunden machen. Das räumte Foxconn nach monatelanger Kritik ein.

Nachtschichten für Praktikanten: Foxconn räumt Verstöße ein
Xuan Hui Nachtschichten für Praktikanten: Foxconn räumt Verstöße ein

Die schlechten Arbeitsbedingungen am Standort in der ostchinesischen Stadt Yantai seien bei einer internen Prüfung herausgekommen und widersprächen den Firmenvorgaben, teilte das Unternehmen am Freitag mit. «Es sind direkt Maßnahmen unternommen worden, um den Standort in Einklang mit unseren Regeln zu bringen», hieß es in einer E-Mail.

Chinesische Medien hatten die Diskussion über das Werk angestoßen. Unter anderem die staatliche «Volkszeitung» hatte berichtet, dass tausende Studenten der Technischen Universität der zentralchinesischen Stadt Xi'an zur Arbeit in der Fabrik gezwungen wurden. Alleine in diesem Jahr haben demnach 4000 Studenten ein Praktikum bei Foxconn gemacht.

Statt einen Job mit Bezug zu ihrem Studium zu absolvieren, mussten sie demnach teilweise stundenlang am Fließband stehen. Die Zeit in der Fabrik sei Pflicht für das Studium gewesen. Wer aufgebe, verliere wertvolle Punkte für den Abschluss, erzählte ein Universitätsvertreter der Zeitung.

Foxconn kommentierte die Berichte nicht direkt. Studenten sei es nun jedoch freigestellt, das Praktikum jederzeit abzubrechen. «Unsere Priorität liegt im Schutz der Rechte jedes Arbeiters und jedes Praktikanten», hieß es in der Mitteilung des Unternehmens.

Der taiwanesische Technologiekonzern produziert Geräte für zahlreiche westliche Unternehmen und ist besonders als Auftragsfertiger für Apple bekannt. Immer wieder musste sich das Unternehmen zu Berichten über schlimme Arbeitsbedingungen rechtfertigen. Im Jahr 2010 sollen sich mindestens 13 Mitarbeiter umgebracht haben.

In dem Werk in Yantai gab es bereits zuvor Probleme. Vergangenes Jahr räumte Foxconn Kinderarbeit an dem Standort ein. Dort seien 14-jährige während der Sommerferien beschäftigt worden, gestand der Konzern damals - und versprach Besserung für die Zukunft.