Nato-Aktion in der Ägäis: Flüchtlingszahlen nicht gesunken

Die in dieser Woche gestartete Nato-Aktion zur Kontrolle der Schleuseraktivitäten in der Ägäis hat noch nicht zu einem merklichen Rückgang des Flüchtlingszustroms aus der Türkei geführt.

Nato-Aktion in der Ägäis: Flüchtlingszahlen nicht gesunken
Kay Nietfeld Nato-Aktion in der Ägäis: Flüchtlingszahlen nicht gesunken

«Gestern sind auf den Inseln 2073 Migranten angekommen», sagte der Sprecher des griechischen Krisenstabs für die Flüchtlingskrise, Giorgos Kyritsis, Reportern in Athen. Die Nato hat bislang keine Angaben gemacht.

«Es gibt starke Schwankungen der ankommenden Migranten», sagte ein Offizier der griechischen Küstenwache auf der Insel Chios der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) waren 1. bis zum 7. März auf den Inseln an den einzelnen Tagen 609, 2162, 2569, 332, 630, 2480 und 728 Migranten angekommen. Seit dem 7. März läuft der Nato-Einsatz in vollem Umfang.

Mit dem Einsatz in der Ägäis will die Nato zur Eindämmung des unkontrollierten Zustroms von Flüchtlingen in Richtung Westeuropa beitragen. Hauptziel ist es, Informationen über Schlepperaktivitäten an der türkischen Küste zu sammeln und sofort an die dortigen Behörden zu melden. Diese sollen dann möglichst dafür sorgen, dass keine Flüchtlingsboote mehr in Richtung Griechenland starten. Das deutsche Truppenversorgungsschiff «Bonn» befand sich nach Informationen aus Quellen der griechischen Küstenwache am Donnerstag etwa in der Mitte der Ägäis.