Nato respektiert deutschen «Patriot»-Abzug aus der Türkei

Die Nato übt offiziell keine Kritik am Abzug der deutschen «Patriot»-Raketenabwehrsysteme aus der Türkei.

«Die Entscheidung der deutschen Regierung wird von uns natürlich voll und ganz respektiert», sagte ein Nato-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Der deutsche «Patriot»-Einsatz habe entscheidend geholfen, die Bevölkerung und das Gebiet der Türkei vor der Bedrohung durch ballistische Raketen aus Syrien zu schützen.

Ob der Nato-Einsatz in der Türkei im Januar 2016 komplett eingestellt wird, ist nach Angaben des Sprechers noch nicht entschieden. «Die Militärs prüfen derzeit die künftigen Einsatzanforderungen und die Verfügbarkeit von anderen Raketenabwehrsystemen, um eine angemessene Lösung zu finden», sagte er. Auf die Frage der künftigen US-Beteiligung verwies er an die Behörden in Washington.

Die Nato rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die deutschen Raketenabwehrsysteme noch bis Ende Januar 2016 in der Türkei bleiben. Das Bündnis sei über die deutsche Abzugsentscheidung informiert worden, hieß es.

Zur aktuellen Bedrohungslage in der Türkei hieß es aus Nato-Militärkreisen: «Auch wenn die Gefahr für die Türkei derzeit als gering eingeschätzt wird, bleibt das Risiko, dass innerhalb von Syrien gegen Oppositionskräfte abgefeuerte Raketen in der Türkei einschlagen könnten.» Das Truppen von Syriens Präsident Baschar al-Assad hätten in den vergangenen Jahren Hunderte Raketen abgefeuert. Davon seien einige in Nachbarländern inklusive der Türkei eingeschlagen.