Nächster LH-Pilotenstreik soll nur Frachtsparte treffen

In der nächsten Runde des Pilotenstreiks bei der Lufthansa werden die Passagiere verschont. Für Mittwoch und Donnerstag hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen bei der Frachttochter Lufthansa Cargo aufgerufen.

Nächster LH-Pilotenstreik soll nur Frachtsparte treffen
Fredrik Von Erichsen Nächster LH-Pilotenstreik soll nur Frachtsparte treffen

Es handelt sich um die mittlerweile sechste Streikwelle in der Tarifauseinandersetzung um die Vorruhestandsregelungen der Piloten. Bislang wurden im härtesten Ausstand der Lufthansa-Geschichte mehr als 4300 Flüge gestrichen, eine knappe halbe Million Fluggäste waren betroffen.

Laut Lufthansa Cargo sind 21 Abflüge aus Frankfurt von dem am Montagabend angekündigten Streik bedroht. Man arbeite intensiv an einem Sonderflugplan, sagte ein Unternehmenssprecher in der Frankfurter Cargo-Zentrale. Neben dem Einsatz freiwilliger Piloten könnten auch einige Flüge vorgezogen oder künstlich verspätet werden.

Zudem werde versucht, Fracht auf die Passagiermaschinen zu verlagern. Diese sind ohnehin in das weltweite Cargo-Netz eingebunden. Lufthansa Cargo selbst betreibt 19 reine Frachtmaschinen und beschäftigt knapp 450 Piloten. Diese fallen zwar - wie ihre Kollegen der zuvor bestreikten Lufthansa-Passage - unter den Konzerntarifvertrag, haben aber eine vergleichsweise schlechtere Übergangsversorgung.

Frachtpiloten konnten bislang frühestens mit 60 Jahren in den vom Unternehmen finanzierten Vorruhestand gehen, volle fünf Jahre später als ihre Passage-Kollegen. Das durchschnittliche Eintrittsalter in den Vorruhestand habe bei Cargo in den vergangenen fünf Jahren bei 63,2 Jahren gelegen, so das Unternehmen. Für die Passage-Piloten wurde ein durchschnittliches Eintrittsalter von 58,9 Jahren genannt.

Lufthansa nannte den erneuten Streikaufruf der VC «weder verständlich noch verhältnismäßig», da die Arbeitgeberseite Kompromissbereitschaft gezeigt und weitere Verhandlungen angeboten habe. Von den vorgeschlagenen Anpassungen der Übergangsversorgung sei kein einziger Cargo-Pilot betroffen. Die VC forderte ihrerseits den Lufthansa-Vorstand zu Signalen auf, «die eine Wiederaufnahme konstruktiver Verhandlungen ermöglichen».