Nein zu Winterspielen: Oslo enttäuscht und erleichtert

Die Bewerbung Oslos um die Olympischen Winterspiele 2022 ist nach Einschätzung der norwegischen Regierung vor allem an der ausbleibenden Begeisterung der Bevölkerung gescheitert.

Nein zu Winterspielen: Oslo enttäuscht und erleichtert
Stian Lysberg Solum Nein zu Winterspielen: Oslo enttäuscht und erleichtert

«Meiner Meinung nach war es der mangelnde Enthusiasmus, der alle anderen Argumente überschattet hat», sagte der kulturpolitische Sprecher der regierenden Konservativen, Svein Harberg, dem norwegischen Fernsehen.

Am Abend zuvor hatte die Kommune ihren Antrag auf eine Staatsgarantie zurückgezogen, nachdem sich eine Mehrheit in der Koalition gegen die Bewerbung abgezeichnet hatte. Das Projekt war in der Bevölkerung von Anfang an auf wenig Gegenliebe gestoßen. Bei einer Abstimmung im vergangenen Jahr hatten sich die Norweger nur ganz knapp für die Bewerbung um die Austragung entschieden. Vielen waren dabei vor allem die hohen Kosten ein Dorn im Auge.

Zahlreiche norwegische Sportprofis reagierten enttäuscht auf das endgültige Nein. «Das ist wirklich schade», sagte Biathlet Emil Hegle Svendsen dem Fernsehsender NRK. Die Freestyle-Skifahrerin Tiril Sjåstad Christiansen meinte, für sie sei ein Traum geplatzt. «Wir haben eine einzigartige Chance verpasst, den norwegischen Wintersport zu fördern.» Nach der Absage Oslos bleiben nur noch Chinas Hauptstadt Peking und Almaty in Kasachstan als Anwärter auf die Ausrichtung der Winterspiele 2022 übrig. Die Entscheidung über den Gastgeber fällt die IOC-Vollversammlung am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.