Nervosität vor Aussagen zur US-Geldpolitik belastet Dax

Die Nervosität vor Aussagen zur künftigen US-Geldpolitik hat den Dax am Mittwoch belastet. Der deutsche Leitindex pendelte zwischen Gewinnen und Verlusten und stand zum Handelsschluss 0,39 Prozent tiefer bei 8197,08 Punkten.

Der MDax verlor 0,03 Prozent auf 14 119,72 Punkte und der TecDax sank um 0,07 Prozent auf 958,37 Punkte.

Insgesamt hätten sich die Anleger zurückgehalten, um von den Aussagen der US-Notenbank Fed nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, sagte ein Börsianer. Für eine gewisse Verunsicherung sorgten zudem Bedenken um China. Die Zentralbank des Landes will die Geldhäuser offenbar auf Entzug setzen. Die Institute würden keine weitere Liquidität erhalten, um ihnen eine Lektion in Sachen verantwortungsvoller Kreditvergabe zu erteilen, zitiert die Finanz-Nachrichtenagentur Market News International einen chinesischen Zentralbanker.

Beim Pharmakonzern Merck KGaA sorgte ein positiver Analystenkommentar für Kursgewinne von 1,62 Prozent und die Spitzenposition im Leitindex. Für die ThyssenKrupp-Titel ging es hingegen um 2,13 Prozent nach unten. Dem angeschlagenen Industriekonzern drohen laut «Manager Magazin» weitere Belastungen aus dem erst vor wenigen Monaten verkauften Edelstahlgeschäft. Eine Sprecherin des Käufers Outokumpu bezeichnete den Artikel allerdings als «ziemlich spekulativ».

Die Lanxess-Aktien büßten als Schlusslicht im Leitindex 3,50 Prozent auf 52,07 Euro ein. Damit notierten sie so schwach wie seit knapp zwei Monaten nicht mehr. Börsianer verwiesen auf einen negativen Medienbericht. Demzufolge rechnet der Spezialchemiekonzern im zweiten Quartal wegen weiter schwieriger Geschäftsbedingungen mit einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) etwa in der Mitte der angepeilten Spanne von 174 bis 220 Millionen Euro.

Die Aktien von Kabel Deutschland schafften angesichts des anhaltenden Übernahmekampfes bei 86,31 Euro ein neues Rekordhoch. Zum Börsenschluss notierten die Titel des Kabelnetzbetreibers im MDax indes 0,30 Prozent schwächer bei 85,25 Euro und damit nur knapp über den in Medienberichten genannten Offerten der beiden Interessenten Vodafone und Liberty Global. Nachdem Vodafone sein Angebot aufgestockt habe, böten nun beide Unternehmen 85 Euro je Aktie.

Beim Pharmahändler Celesio sorgten Übernahmefantasien dafür, dass die Aktien um 11,36 Prozent auf 17,890 Euro und damit den höchsten Stand seit Mai 2011 nach oben schossen. Wie das «Manager Magazin» berichtete, ist die US-Drogeriekette CVS an einer Übernahme interessiert. CVS soll bereit sein, den Haniel-Anteil von 50,01 Prozent zu übernehmen, so das Magazin. Haniel teilte auf dpa-Anfrage jedoch mit, man führe keine Gespräche mit CVS über einen Verkauf von Aktien. Celesio sei weiterhin ein Ankerinvestment.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging 0,63 Prozent tiefer bei 2683,98 Punkten aus dem Handel. In Paris und London gaben die nationalen Indizes ebenfalls nach. An der Wall Street präsentierte sich der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss knapp im Minus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,25 Prozent am Vortag auf 1,26 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 133,89 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,03 Prozent auf 143,40 Punkte. Der Euro notierte bei 1,3403 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3406 (Dienstag: 1,3374) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7459 (0,7477) Euro gekostet.