Neue Ebola-Richtlinien in den USA

Die US-Seuchenbehörde CDC hat neue Quarantäneregeln zum Schutz vor Ebola veröffentlicht.

In den am Montagabend (Ortszeit) bekanntgegebenen Maßnahmen ist von vier Risiko-Kategorien die Rede: von hoch- bis geringgefährdet. Nach Auffassung der Weltbank werden für den Kampf gegen die Epidemie in Westafrika zusätzlich mindestens 5000 Helfer benötigt. Unterdessen rät der Fußball-Weltverband FIFA, dass Teams aus stark betroffenen Ländern vor internationalen Spielen täglich Fieber messen sollten.

EBOLA-RICHTLINIEN: Die neuen Ebola-Regeln der Behörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) sind weniger strikt als die Maßnahmen einzelner US-Bundesstaaten. Nach den neuen CDC-Regeln sollen hochgefährdete Menschen mit oder ohne Symptome öffentliche Verkehrsmittel und größere Ansammlungen meiden und 21 Tage lang zu Hause bleiben. Zu dieser Gruppe zählen Pflegekräfte oder Familienmitglieder, die in Westafrika Ebola-Patienten betreut haben und mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kamen. Für Menschen, die geschützten Kontakt mit Patienten hatten, sollen Einzelfallentscheidungen gelten. Unter anderem in New York, New Jersey und Georgia fordern die Gouverneure eine zwingende Quarantäne für jeden, der überhaupt nur Kontakt zu Ebola-Kranken hatte.

Dem weniger gefährdeten medizinischen Personal, das in Schutzanzügen mit Patienten zu tun hatte, wird empfohlen zweimal am Tag die Körpertemperatur zu messen. Gering gefährdete Menschen, die kürzlich in Westafrika waren, aber keinen Kontakt zu Ebola-Patienten hatten, sollten den neuen Richtlinien nach ihre Körpertemperatur im Auge behalten, dürfen aber weiterhin reisen. Das Seuchenkontrollzentrum hat allerdings keine Weisungsbefugnis an die Staaten. Einige haben bereits angedeutet, dass sie stärkere Regeln umsetzen wollen, darunter Illinois und Florida. Eine Krankenschwester in den USA hatte im Streit um eine Zwangsquarantäne für heimgekehrte Helfer am Montag einen Sieg errungen: Die 33-jährige wurde aus der Isolierung entlassen, nachdem sie sich über die Bedingungen beschwert hatte.

HELFER: Für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika werden nach Auffassung der Weltbank zusätzlich mindestens 5000 Helfer benötigt. Der Chef der Institution, Jim Yong Kim, rief Gesundheitsexperten aus aller Welt auf, sich an ihr Gelöbnis zu erinnern, kranke Menschen zu behandeln. «Ich mache mir große Sorgen, weil ich nicht weiß, wo wir die Helfer finden sollen», sagte Kim bei einem Besuch in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Er rief die Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union dazu auf, weder Reiseeinschränkungen zu verhängen noch ihre Grenzen zu schließen. Nur so könnten Helfer schnell und einfach die Ebola-Gebiete erreichen.

FUSSBALL: Der Fußball-Weltverband FIFA gab Spielern und deren Umfeld Verhaltensvorschläge zum Umgang mit Ebola. Unter anderem sollen vor internationalen Spielen Teams «aus Ländern mit hohen Übertragungsraten eine Selbstüberwachung durchführen» und dafür beispielsweise täglich ihre Temperatur messen. Menschen, die vor Spielen ebolaähnliche Symptome zeigen und die kürzlich in eines der betroffenen Länder gereist sind, sollten isoliert und auf das Virus getestet werden. Die FIFA begrüßte die Entscheidung des Afrikanischen Fußball-Verbandes, die Länderspiele der betroffenen Nationen Liberia, Sierra Leone und Nigeria, auf neutralem Boden austragen zu lassen. Die FIFA bekräftigte zudem, dass die Club-Weltmeisterschaft in Marokko (10. bis 20 Dezember) stattfinden wird.

NATO: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg prüft nach eigenen Angaben mit Vertretern der Vereinten Nationen, ob das Bündnis im Kampf gegen Ebola eine spezifische Rolle spielen könne. Es sei allerdings noch zu früh, um das Ergebnis der Gespräche vorherzusagen. Stoltenberg betonte in Brüssel, schon jetzt seien etliche Mitgliedstaaten des Bündnisses im Kampf gegen Ebola engagiert.