Neue Gewitter drohen - Kritik nach Festivalabbruch

Nach den heftigen Unwettern der vergangenen Tage gibt es eine kurze Entspannung der Lage. Der Deutsche Wetterdienst hob in der Nacht zum Montag alle Warnungen vor schweren Gewitter zunächst auf.

Neue Gewitter drohen - Kritik nach Festivalabbruch
Thomas Frey Neue Gewitter drohen - Kritik nach Festivalabbruch

Doch bereits ab den Mittagsstunden und am Abend könnten wieder besonders in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, in Teilen Hessens, Teilen des Saarlands sowie in Bayern und Baden-Württemberg heftige Gewitter mit Starkregen und größerem Hagel aufziehen, wie ein DWD-Sprecher sagte. «Vor allem in der Südhälfte NRW's wird es Gewitter geben», sagte er. In Bonn tagte deshalb erneut der Krisenstab, um weitere Vorsichtsmaßnahmen für den Tag zu beschließen.

In Baden-Württemberg kann es besonders über dem südlichen Bergland und in südwestlichen Landesteilen gewittern. Vereinzelt sei auch Hagel mit Korngrößen von etwa zwei Zentimetern möglich. In Aichwald in der Nähe von Stuttgart war am Sonntag ein Zwölfjähriger bei einer Veranstaltung auf einem Sportplatz vom Blitz getroffen und lebensgefährlich verletzt worden.

Auch in Bayern geben die Meteorologen noch keine Entwarnung, vor allem für das Alpenvorland und das westliche Franken. In Niederbayern gingen derweil die Aufräumarbeiten intensiv weiter. Am Montag sollten 100 Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung in Simbach am Inn und im nahe gelegenen Triftern anrücken. Die Soldaten bringen auch zwei Schwenklader und einen Minibagger mit, um Straßen von Schlamm zu befreien. Die Flutwelle in Niederbayern hatte sieben Tote gefordert und geschätzt mehr als eine Milliarde Euro Schaden verursacht.

Beim Festival «Rock am Ring» in der Eifel waren am Freitagabend bei einem Blitzeinschlag 71 Menschen verletzt worden. Der «Rock am Ring»-Macher Marek Lieberberg kritisierte nun nach dem wetterbedingten Abbruch des Festivals mit rund 90 000 Besuchern das Verhalten der Behörden. Die Entscheidung der Verbandsgemeinde Mendig, die sich stark an der Empfehlung der Polizei orientiert habe, sei «falsch», sagte der Konzertveranstalter dem «Trierischen Volksfreund» vom Montag. Es sei nicht gerade eine «Sternstunde der verantwortlichen Behörden» gewesen. Er hätte es besser gefunden, die Besucher am Sonntag bei konkreter Gefahr zu warnen und das Programm anschließend fortzusetzen. «Die Behördenvertreter haben sich aber nicht darauf eingelassen und stoisch auf ihre Sichtweise verwiesen.»