Neue Pegida-Demonstrationen und Gegenaktionen

Begleitet von Protesten will das islamkritische Pegida-Bündnis heute Abend erstmals im neuen Jahr wieder durch Dresden ziehen. Vor Weihnachten waren rund 17 500 Menschen dem Aufruf der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» gefolgt - so viele wie nie zuvor.

Neue Pegida-Demonstrationen und Gegenaktionen
Arno Burgi Neue Pegida-Demonstrationen und Gegenaktionen

Ihr Protest richtet sich gegen die angebliche «Überfremdung» Deutschlands. Neben Berlin wollen Ableger der Bewegung auch in Köln auf die Straße gehen. Dort soll allerdings aus Protest gegen die Pegida-Demonstration die Außenbeleuchtung des Doms, das Wahrzeichen der Stadt, abgeschaltet werden.

In Dresden, Berlin und Köln sowie in Stuttgart wird es Gegendemonstrationen geben. Diese wenden sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und machen sich für ein weltoffenes und tolerantes Deutschland stark. In Dresden haben zwei Musikbands zu einem symbolischen «Neujahrsputz» des Pegida-Kundgebungsortes aufgerufen.

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, warnt Christen vor einer Teilnahme an den islamfeindlichen Kundgebungen. «Wir können nicht das Abendland verteidigen, indem wir den Islam als Feind ausrufen», sagte der im November aus dem Amt geschiedene Schneider der «Rheinischen Post» (Montag). Christinnen und Christen hätten auf diesen Kundgebungen nichts zu suchen.

Schneider warnte die Politik davor, Forderungen der Pegida-Protestler aufzunehmen: «Hier müssen wir widersprechen und deutlich sagen, dass das Unsinn ist.»

Experten ordnen Teile der Organisatoren und Demonstranten von Pegida dem rechtsextremen Spektrum zu. Genährt wird die Bewegung nach Ansicht von Sozialforschern von einer diffusen Angst vor sozialem Abstieg. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in ihrer Neujahrsansprache dazu aufgerufen, sich nicht den Demonstrationen anzuschließen. Die Organisatoren hätten oft «Kälte, ja sogar Hass» in ihren Herzen.