Neue Runde im Verfahren gegen Holocaust-Leugner Williamson

Vor dem Regensburger Landgericht hat der Berufungsprozess gegen den britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson wegen Volksverhetzung begonnen. Der 73-Jährige kam wie erwartet nicht persönlich nach Regensburg.

Neue Runde im Verfahren gegen Holocaust-Leugner Williamson
Armin Weigel Neue Runde im Verfahren gegen Holocaust-Leugner Williamson

Er war im Januar vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt worden, weil er in einem TV-Interview die Existenz von Gaskammern und den Mord an sechs Millionen Juden durch die Nazis bestritten hatte. Gegen das Urteil des Regensburger Amtsgerichtes hatte Williamson Berufung eingelegt.

Das Gespräch mit einem schwedischen Fernsehteam war im Herbst 2008 im Priesterseminar der erzkonservativen Piusbruderschaft nahe Regensburg geführt worden. Dem 73-jährigen Bischof werde vorgeworfen, von der Verbreitung des Interviews über Schweden hinaus gewusst und diese auch gewollt zu haben, sagten die Verteidiger Williamsons zum Prozessbeginn. Der ehemalige Bischof bestreite dies jedoch. Die Äußerungen seien weder in Schweden noch in Großbritannien verboten, betonte Rechtsanwalt Andreas Geipel. Die anschließende Verbreitung unter anderem über die Internetplattform Youtube könne dem Briten nicht angelastet werden.

Es ist bereits das fünfte Mal, dass sich ein deutsches Gericht mit dem Fall beschäftigt. Im Juli 2011 hatte das Landgericht Regensburg in zweiter Instanz eine Geldstrafe wegen Volksverhetzung in Höhe von 6500 Euro bestätigt. Das Oberlandesgericht Nürnberg kassierte das Urteil im vergangenen Februar jedoch aufgrund von Verfahrensmängeln. Daher landete der Fall erneut beim Amtsgericht und in der abermaligen Berufung nun wieder beim Landgericht Regensburg.

Das Gericht hat einen zweiten Verhandlungstag am 23. September angesetzt. Dann ist unter anderem der Leiter des Priesterseminars in Zaitzkofen als Zeuge geladen.

Wörtlich hatte Williamson im Herbst 2008 in dem Fernsehinterview gesagt: «Ich glaube, dass die historischen Beweise gewaltig dagegen sprechen, dass sechs Millionen Juden vorsätzlich in Gaskammern vergast wurden als vorsätzliche Strategie Adolf Hitlers. (...) Ich glaube, es gab keine Gaskammern.»