Neue Vermessung der Milchstraße startet mit Verzögerung

Das neue europäische Weltraumprojekt zur Vermessung der Milchstraße verzögert sich. Der ursprünglich für den 20. November vorgesehene Starttermin des Satelliten Gaia musste wegen eines technischen Problems abgesagt werden.

Möglicherweise arbeite ein Bauteil nicht einwandfrei, das für die Kommunikation des Satelliten mit der Erde wichtig ist, sagte Esa-Manager Thomas Passvogel am Mittwoch der dpa. «Wir haben entschieden, kein Risiko einzugehen und zusätzliche Tests zu machen.» Dies werde rund vier Wochen dauern.

Gaia soll von rund einer Milliarde Sternen unserer Galaxie einen möglichst umfangreichen Satz von Kenngrößen sammeln. Dazu gehören nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Positionen, Entfernungen, Eigenbewegungen, Helligkeit, Farben und Temperaturen. Die Ergebnisse der Vorläufermission Hipparcos werden dabei voraussichtlich weit übertroffen. Hipparcos hatte in den Jahren 1989 bis 1993 rund 100 000 Sterne mit hoher Präzision und etwa 2,5 Millionen Sterne mit geringerer Genauigkeit vermessen. Insgesamt gibt es in der Milchstraße schätzungsweise mindestens 100 Milliarden Sterne.