Neue Welterbestätten: Ätna, Wüste, Gebirge

Der Vulkan Ätna, die Namib-Wüste in Westafrika und das Tienschan-Gebirge in China sind jetzt offiziell einzigartige Naturschätze. Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation (Unesco) beschloss am Freitag in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh, sie in die Liste der Welterbestätten einzuschreiben.

Neue Welterbestätten: Ätna, Wüste, Gebirge
Orietta Scardino

Damit obliegt den zuständigen Behörden, die Landschaft zu pflegen und dafür zu sorgen, dass sie in möglichst natürlichem Zustand erhalten bleibt. Das Komitee zeichnete unter anderem auch Stätten in Tadschikistan, Mexiko, Indien, Polen und der Ukraine aus.

Mit Spannung verfolgt Kassel den Verlauf der Sitzung: die Stadt möchte den Herkules und die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe als Welterbe anerkennen lassen. Die Entscheidung wurde am Samstag erwartet. Die Denkmalpfleger, die das Komitee beraten, haben die Annahme des Antrags empfohlen.

Der gut 3335 Meter hohe Ätna sei «ein herausragendes Beispiel geologischer Prozesse und vulkanischer Landschaften», hieß es in der Entschließung des Komitees. Die Naturschutzunion IUCN, die das Welterbekomitee bei der Beurteilung von Naturschätzen berät, monierte in ihrem Bericht, dass die Berghütten am Ätna keine Toiletten haben. Dieses Problem müsse gelöst werden.

Die Namib ist die einzige Küstenwüste der Welt. Für Namibia war es zudem der erste Eintrag in die Welterbe-Liste. Zum Tienschan-Gebirge hieß es: «Das Gebiet hat einen herausragenden landschaftlich reizvollen Wert und viele brillante Naturmerkmale - von roten Schluchten über Gipfel und Gletscher bis zu wunderschönen Feuchtgebieten, Wiesen und Steppen.» Das Komitee schloss sich dieser Einschätzung an.

Die Liste der Welterbestätten umfasste zu Beginn der Tagung in Phnom Penh 962 Landschaften und Kulturdenkmäler in 152 Ländern. Deutschland war bislang mit 37 Einträgen vertreten, darunter die Altstadt von Bamberg, die Zeche Zollverein ein Essen und seit vergangenem Jahr das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth.