Neuer Anschlag in Wolgograd

Nach der Explosion in einem voll besetzten Linienbus in der südrussischen Stadt Wolgograd gehen die Ermittler von einem erneuten Terroranschlag aus.

Neuer Anschlag in Wolgograd
Str Neuer Anschlag in Wolgograd

«Im Fahrzeug lag vermutlich ein Sprengsatz», sagte ein Mitarbeiter des Nationalen Anti-Terror-Komitees NAK der Agentur Interfax zufolge.

Bei der Detonation waren den Rettungskräften zufolge mindestens 10 Menschen getötet und 28 verletzt worden. Erst gestern waren bei einem Selbstmordanschlag in Wolgograd etwa 17 Menschen getötet worden.

Kremlchef Wladimir Putin beauftragte den Inlandsgeheimdienst FSB, sich in die Ermittlungen einzuschalten. Der Präsident habe sich dazu mit FSB-Chef Alexander Bortnikow beraten, teilte der Kreml mit. Putin traf sich auch mit Regierungschef Dmitri Medwedew. Beide Politiker bekräftigten, dass die Terrorakte nicht ungesühnt bleiben dürften.

Zum Zeitpunkt der Explosion sei der Bus der Linie N15, die von einer Plattenbausiedlung in das Stadtzentrum führt, voll besetzt gewesen, sagte ein Mitglied der Rettungskräfte. Die Detonation habe das Fahrzeug völlig zerstört. «Der Knall war kilometerweit zu hören.»

Ermittlern zufolge trägt die Explosion eine ähnliche Handschrift wie der Anschlag vom Sonntag. «Wir schließen einen Zusammenhang der beiden Fälle nicht aus», sagte der NAK-Mitarbeiter. Bereits Ende Oktober hatte eine Selbstmordattentäterin in einem Linienbus in Wolgograd mit einer Bombe sechs Insassen und sich selbst getötet.

In knapp sechs Wochen beginnen im etwa 700 Kilometer von Wolgograd entfernten Sotschi die Olympischen Winterspiele. Islamisten aus dem Nordkaukasus hatten gedroht, die Wettkämpfe verhindern zu wollen.