Neuer Einigungsversuch im Metall-Tarifstreit

Im Metall-Tarifstreit suchen die IG Metall und die Arbeitgeberseite nun in Nordrhein-Westfalen nach einer Lösung. NRW ist damit bundesweit der erste Tarifbezirk, der nach drei erfolglosen Runden einen neuen Anlauf zur Lösung des Tarifkonflikts unternimmt.

Neuer Einigungsversuch im Metall-Tarifstreit
Daniel Bockwoldt Neuer Einigungsversuch im Metall-Tarifstreit

Vor dem Beginn der Gespräche bezeichneten die Verhandlungsführer der beiden Seiten eine schnelle Einigung jedoch als eher unwahrscheinlich. Ziel sei es jedoch, noch vor Pfingsten zu einem Ergebnis zu kommen. «Wir sind auf einen Pilotabschluss vorbereitet», sagte der Verhandlungsführer der NRW-Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff.

Bereits seit mehr als einer Woche und auch am Montag wurde die zunehmend von verhärteten Fronten gekennzeichnete Auseinandersetzung von massiven Warnstreiks begleitet. Durch die Warnstreiks sei Bewegung in die Verhandlungen gekommen, sagte der Verhandlungsführer der IG Metall in NRW, Knut Giesler. «Momentan sind die Positionen noch so weit auseinander, dass eine Einigung verwunderlich wäre», sagte er. Aufgabe bei dem Treffen der IG Metall-Spitze am Dienstag in Frankfurt werde es sein, den erzielten Verhandlungsstand zu bewerten.

Zu Wochenbeginn setzte die IG Metall ihre Warnstreiks mit einem Schwerpunkt in Baden-Württemberg fort. Bundesweit hätten sich rund 26 000 Beschäftigte in 92 Betrieben beteiligt, berichtete eine Gewerkschaftssprecherin in Frankfurt. Seit Begin der Aktionen summiert sich die Zahl der Teilnehmer damit auf rund 393 000. Am Dienstag sollen die Warnstreiks unter anderem mit einem Aktionstag im Bezirk Küste noch einmal verstärkt werden.

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben Entgelterhöhungen in zwei Stufen angeboten, die sich in 24 Monaten auf 2,1 Prozent summieren - zusätzlich soll es eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent geben. Bundesweit geht es um mehr Geld für 3,8 Millionen Beschäftigte, davon rund 700 000 in NRW.

Kirchhoff kündigte an, bei den Verhandlungen das Thema Differenzierung schwerpunktmäßig behandeln zu wollen. Ein neues Angebot der Arbeitgeber stellte er zunächst jedoch nicht in Aussicht. IG Metall-Verhandlungsführer Giesler betonte dagegen die Bereitschaft der Gewerkschaft, die laufenden Warnstreiks auszuweiten. Die angekündigten 24-Stunden-Streiks könnten bereits am 18. Mai starten, sagte er.