Neuer Prozess um Berlusconis Partydamen: sieben Angeklagte

Ein neuer Prozess um die ausschweifenden Partys von Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi soll am 6. Februar kommenden Jahres im apulischen Bari beginnen.

Neuer Prozess um Berlusconis Partydamen: sieben Angeklagte
Alessandro Di Meo Neuer Prozess um Berlusconis Partydamen: sieben Angeklagte

Der Unternehmer Gianpaolo Tarantini und sechs weitere Angeklagte müssen sich wegen Anstiftung zur Prostitution verantworten, wie italienische Zeitungen am Mittwoch berichteten. Tarantini soll Prostituierte für Feste Berlusconis organisiert haben. Berlusconi hatte stets beteuert, er habe nichts davon gewusst, dass die Frauen Geld bekamen.

26 Frauen, darunter Showgirls und Begleitdamen, sollen als Zeugen gehört werden. In 21 Fällen soll Tarantini zwischen September 2008 und Mai 2009 Frauen in Villen des Cavaliere gebracht haben, um diesem die Abende zu versüßen, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa.

Tarantini soll damit versucht haben, mit dem damaligen Ministerpräsidenten ein freundschaftliches Verhältnis aufzubauen - um Vorteile für seine Geschäfte im Gesundheitsbereich zu bekommen.

Gegen Berlusconi wiederum wird laut der Zeitung «Repubblica» ermittelt, weil er Tarantini in der Affäre zu Falschaussagen angestiftet und ihm dafür 500 000 Euro gegeben haben soll. Derzeit würden abgehörte Telefonate geprüft, die dokumentieren könnten, dass Berlusconi von den Zahlungen an die Frauen wusste.

Bereits im Juli waren im Zusammenhang mit der «Ruby»-Affäre um Sex mit minderjährigen Prostituierten drei Vertraute Berlusconis zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Sie sollen junge Frauen für wilde «Bunga Bunga»-Feste organisiert haben, darunter auch Minderjährige wie eine junge Marokkanerin namens «Ruby». Berlusconi selbst wurde im Ruby-Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit nicht volljährigen Prostituierten zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist aber nicht rechtskräftig - Berlusconi geht in die nächste Instanz.