Neuer Stromnetz-Ausbauplan: Leitungen nach Bayern bleiben

Trotz des Widerstands des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) halten die Übertragungsnetzbetreiber am Bau dreier großer Stromtrassen nach Süddeutschland fest.

Neuer Stromnetz-Ausbauplan: Leitungen nach Bayern bleiben
Andreas Gebert Neuer Stromnetz-Ausbauplan: Leitungen nach Bayern bleiben

Dies geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Entwurf für den neuen Netzentwicklungsplan hervor, der am Dienstag vorgestellt werden soll. Demnach sind aber trotzdem einige bedeutsame Korrekturen geplant.

So soll die besonders umstrittene Ost-Süd-Trasse nicht mehr in Meitingen bei Augsburg enden, sondern weiter westlich beim bayerischen Atomkraftwerk Gundremmingen, von wo aus der Strom weiterverteilt werden soll. Zudem soll die Trasse nicht mehr in Bad Lauchstädt nahe eines Braunkohlereviers in Sachsen-Anhalt starten, sondern 110 Kilometer weiter nördlich in Wolmirstedt bei Magdeburg, um näher an die Windparks in Mecklenburg-Vorpommern heranzurücken.

Eine weitere Veränderung ist bei einem Teilstück der «Hauptschlagader» der Energiewende, dem insgesamt 800 Kilometer langen SuedLink geplant. Er soll näher an die Industrieregion Stuttgart herangeführt werden und ein Abzweig daher nun statt in Goldshöfe im Raum Wendlingen enden.

Insgesamt sind 2800 Kilometer an neuen Höchstspannungstrassen bis 2022 geplant, 2900 Kilometer im bestehenden Netz sollen für die erhöhten Ökostromeinspeisung optimiert werden. Als Kosten werden 22 Milliarden Euro veranschlagt.