Neues Frühwarnsystem für Finanzen und Digitales soll starten

Für dubiose Angebote bei Finanzprodukten und beim Einkaufen im Internet soll ein neues Frühwarnsystem bei den Verbraucherzentralen aufgebaut werden.

Neues Frühwarnsystem für Finanzen und Digitales soll starten
Maurizio Gambarini Neues Frühwarnsystem für Finanzen und Digitales soll starten

«Wenn Missstände schneller aufgedeckt und bekämpft werden, profitieren nicht nur Verbraucher, sondern auch die Wirtschaft», sagte Bundesverbraucherminister Heiko Maas (SPD) am Freitag.

Das Ministerium stellt 1,5 Millionen Euro bereit, um ab Februar 2015 einen «Marktwächter Finanzmarkt» und einen «Marktwächter Digitale Welt» aufzubauen. Sie sollen unter anderem die Erfassung von Anfragen und Beschwerden vertiefen. Analysieren sollen dies spezialisierte Verbraucherzentralen in den Bundesländern.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, sagte, die Probleme auf dem Finanzmarkt hätten gezeigt, «dass ein Seismograph und eine bessere Kooperation zwischen Politik, Behörden, Wissenschaft und Verbraucherschützern nötig ist.»

Verwerfungen des Marktes sollten rechtzeitig ins Visier genommen werden. Die neuen Marktwächter sollen Verbrauchern und Aufsichtsbehörden Informationen zur Verfügung stellen. Quelle der Beobachtungen sind Anfragen und Beschwerden von Verbrauchern. Der vzbv soll die Arbeit koordinieren.

Der Finanzmarktwächter soll in den nächsten Jahren vor allem Angebote zur Altersvorsorge, Kredite, Versicherungen sowie Produkte des grauen Kapitalmarkts unter die Lupe nehmen. Darum sollen sich die Verbraucherzentralen Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen und Sachsen kümmern und Erkenntnisse auch an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) weiterleiten.

Der Marktwächter Digitale Welt soll unter anderem klassische Telekommunikationsdienste, den Einkauf im Internet und auf mobilen Geräten sowie nutzergenerierte Inhalte beobachten und analysieren. Erkenntnisse sollen an die Bundesnetzagentur, das Bundeskartellamt und Datenschutzbehörden weitergegeben werden. Untersuchungen sollen die Verbraucherzentralen Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein machen.