Neues vom Raubsaurier: Allosaurus schlug zu wie ein Falke

ähnlich wie ein heutiger Falke.

Neues vom Raubsaurier: Allosaurus schlug zu wie ein Falke
WitmerLab; Ohio University

Darin unterschied er sich sehr vom Tyrannosaurus rex. Dieser riesige Fleischfresser packte seine Beute vor mehr als 60 Millionen Jahren, um sie dann hin- und herzuschütteln wie ein Krokodil. Damit sei der Allosaurus ein anderer Räuber - weit mehr als eine frühere und kleinere Version des Tyrannosaurus rex, folgern amerikanische Wissenschaftler im Fachjournal «palaeo-electronica».
  
Eric Snively von der Universität von Ohio in Athens (USA) hatte mit einem Team von Paläontologen, Ingenieuren und Spezialisten für Computersimulation die Kopf- und Halspartien eines 150 Millionen Jahre alten Allosaurus-Skeletts neu untersucht. Es wurde 1991 im US-Bundesstaat Wyoming entdeckt. Mit Hilfe der Funde rekonstruierte Snively, wo die verschiedenen Muskeln des Dinos ansetzten und wie sie zusammenarbeiteten.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ein Paar wichtiger Halsmuskeln beim Allosaurus ungewöhnlich tief am Schädel ansetzte. Zogen sich diese Muskeln zusammen, wurde in der Simulation der Forscher der Dino-Kopf schnell nach untern gezogen. Das kommt der hackenden Bewegung eines heutigen Falke nah. Beim Tyrannosaurus rex (T.rex) setzte dieses Muskelpaar dagegen rechts und links des Kopfes an kleinen Vorsprüngen an - und wirkte so ähnlich wie die Zügel beim Pferd. Zog sich ein Muskel zusammen, wurde der Kopf ruckartig zur Seite geschwenkt.

«Viele glauben, der Allosaurus wäre einfach eine frühere und kleinere Version von T.rex gewesen», kommentiert Snively. «Unsere Analysen zeigen aber, dass sie ganz verschiedene Räuber waren.» Zusätzlich zu der unterschiedlichen mechanischen Anordnung wirke sich auch das verschiedene Gewicht der Knochen aus, berichtet der Forscher. Das große Kopfgewicht von T.rex führte zu einer gewissen Trägheit. Einmal in Bewegung, sei der große hin- und her schwingende Kopf schwer zu stoppen gewesen. Der Kopf von Allosaurus war dagegen viel kleiner und daher zu schnelleren Bewegungen fähig.

Die Forschungen zeigten, dass Allosaurus ein viel flexiblerer und flinkerer Räuber als sein späterer Verwandter war. Dieser größeren Geschwindigkeit habe allerdings eine geringere Kraft entgegengestanden, erläuterte Snively. Um Fleischbrocken aus einem erbeuteten Tier zu reißen, brauchte Allosaurus wahrscheinlich seine gesamten Hals- und Beinmuskeln.