Neuntes Todesopfer nach Hubschrauber-Unglück entdeckt

Nach dem Absturz eines Polizeihubschraubers auf einen Pub in der schottischen Stadt Glasgow haben Helfer in der Nacht ein neuntes Todesopfer gefunden.

Neuntes Todesopfer nach Hubschrauber-Unglück entdeckt
Andrew Milligan Neuntes Todesopfer nach Hubschrauber-Unglück entdeckt

«Ich muss leider bestätigen, dass eine weitere Leiche entdeckt wurde», zitierte die Agentur PA die stellvertretende Polizeichefin Rose Fitzpatrick. Bergungstrupps hatten am Sonntag begonnen, den zerstörten Hubschrauber aus dem Gebäude zu ziehen. «Bisher wurden sechs Leichen geborgen, insgesamt werden zu diesem Zeitpunkt neun Tote bestätigt», sagte Fitzpatrick.

Wie lange es dauern würde, die übrigen Leichen zu bergen, konnte die Polizei nicht sagen. «Es ist immer noch ein sehr komplexer und auch gefährlicher Einsatzort.» Die Arbeiten würden auch in der Nacht fortgesetzt.

Bei dem Unglück war am Freitagabend aus noch unbekannter Ursache ein Polizeihubschrauber auf ein gut besuchtes Pub in der schottischen Stadt gestürzt. Zur Unglückszeit hatte eine Band im «The Clutha Vault» gespielt. Rund 120 Menschen befanden sich in der Kneipe. Bis Sonntag waren die Behörden von acht Toten ausgegangen, hatten aber mögliche weitere Opfer unter den Trümmern befürchtet. Zwölf Verletzte wurden am Sonntag noch in Krankenhäusern behandelt, meist mit Knochenbrüchen, Kopfverletzungen und Fleischwunden.

Eine Untersuchung des Wracks soll Aufschluss über die Ursache des Absturzes geben. Experten gingen zunächst von einem technischen Problem der Maschine aus. Manche Augenzeugen berichteten, der Helikopter sei «wie ein Stein» in das Flachdach des Gebäudes gestürzt. Andere sprachen dagegen von einem Absturz «wie in Zeitlupe».

Unter den Toten des Unglücks sind die drei Besatzungsmitglieder des Hubschraubers - zwei Polizisten und ein ziviler Pilot. Dabei handelt es sich nach BBC-Informationen um einen erfahrenen Flieger, der in zwei Golfkriegen für die britische Armee als Pilot aktiv war. Unter den Polizeibeamten war eine 36 Jahre alte Frau.

Am Sonntag versammelten sich überall in Schottland Trauernde zu Gedenkgottesdiensten für die Todesopfer und ihre Hinterbliebenen. Bereits am Samstag hatte es bei Fußballspielen in ganz Schottland Gedenkminuten gegeben. Nahe der Absturzstelle wurden Blumen niedergelegt. Großbritanniens Premierminister David Cameron lobte die Einsatzbereitschaft vieler freiwilliger Helfer.

Ministerpräsident Salmond ordnete für das Wochenende - wegen des traditionellen Gedenkens an den Schutzheiligen St. Andrew eigentlich ein Freudenfest in Schottland - Trauerbeflaggung an. Die blaue Fahne mit weißem Andreaskreuz wehte auf öffentlichen Gebäuden auf halbmast. «Es ist ein schwarzer Tag für Glasgow und Schottland», sagte Salmond.