Neureuthers Start in die WM-Saison ist in Gefahr

Drei Wochen vor dem Start in die WM-Saison dreht sich bei Felix Neureuther erneut alles um die Gesundheit - und nicht um die Form. Eine Entzündung im Lendenwirbel gefährdet den Riesenslalom-Start in Sölden.

Wie im vergangenen Jahr, als die Folgen einer Operation am Sprunggelenk den besten deutschen Skirennfahrer viel länger als geplant behinderten, hat Neureuther vor dem ersten Rennen große Teile der Vorbereitung verpasst. Seit drei Wochen setzt Neureuther mit dem Training aus. «Damit es für Sölden Sinn macht, müsste ich am Montag wieder auf Ski stehen», sagte er. Das sei nicht ausgeschlossen - aber auch nicht sicher.

Mit Blick auf die WM im Februar ist der 26. Oktober allerdings ohnehin nicht der wichtigste Termin des Winters, findet auch der neue Bundestrainer Mathias Berthold. «Es ist nicht die primäre Zielsetzung, dass er in Sölden dabei sein sollte. Vielleicht muss er auch Rennen aussetzen», sagte der Österreicher.

Ins Auge gefasst hat Neureuther daher eher einen Start in Finnland am 16. November. «Das große Ziel für mich ist, in Levi am Start zu stehen, beim ersten Slalom. Für Sölden sieht es nicht so gut aus, aber das ist noch nicht ganz draußen», berichtete der WM-Zweite im Slalom. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen, erst im Dezember oder Januar in den Weltcup einzusteigen um für die WM in den USA in Form zu kommen. «Sölden war für mich in den letzten Jahren nie ein richtig gutes Pflaster und Levi auch nicht so sehr. Aber ich will ja Skifahren und da am Start stehen. Ich muss einfach Geduld haben.»

Ausgerechnet nach der Vorstellung eines Buchprojekts, durch das Kinder zu mehr Bewegung animiert werden sollen («Beweg dich schlau! mit Felix Neureuther»), sprach der Freund von Biathletin Miriam Gössner in München über die eigenen Schmerzen im Rücken. «Das hat mir die letzten Jahre immer wieder Probleme bereitet. Es hat Tage gegeben, wo es gut gegangen ist, dann kam Belastung drauf - und ich konnte wieder nicht trainieren. Es war immer von ganz okay bis schlecht. Das ist vom Kopf her brutal schwer, wenn immer wieder so ein Rückschlag kommt», erzählte Neureuther.

Vorgestellt hatte er sich alles ganz anders. Nach der insgesamt starken Saison mit dem bitteren Olympia-Resultat und der knapp verpassten Slalom-Weltcup-Kugel wollte Neureuther fit zurückkommen. «Ich war länger im Urlaub, bin sehr viel weniger auf Ski gestanden, wir haben wirklich probiert, den Rücken explizit aufzubauen», beschrieb Neureuther das Vorgehen. «Das hat gut funktioniert, bis eine Bewegung gekommen ist, wo es wieder reingefahren ist.» Das war Ende Juni.

Der Start in Sölden ist nun sehr unwahrscheinlich. In guter Form wird der Technik-Spezialist ohnehin auf keinen Fall sein können. «Es ist so, dass es einen Monat bis sechs Wochen konstantes Training braucht, bis ich wieder dahinkomme, wo ich Ende letzten Jahres war», sagte Neureuther. Und kündigte Konsequenzen an: «Nächstes Jahr, nach dem Winter, nehme ich mir die Zeit, dass ich das richtig auskuriere. Das war mir eine große Lehre.»