Intel will Altera für 16,7 Milliarden Dollar schlucken

Der Halbleiter-Riese Intel steht vor dem größten Zukauf seiner Geschichte: Der Konzern will für 16,7 Milliarden Dollar den Chipdesigner Altera übernehmen. Der Deal soll in sechs bis neun Monaten abgeschlossen werden.

Intel will Altera für 16,7 Milliarden Dollar schlucken
Norbert Von Der Groeben Intel will Altera für 16,7 Milliarden Dollar schlucken

Bereits Ende März hatten US-Medien erstmals über Verhandlungen berichtet. Intel bietet 54 Dollar in bar pro Altera-Aktie, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Noch im März hatte das Papier zeitweise weniger als 35 Dollar gekostet.

Intel, der weltgrößte Hersteller von Computer-Chips, steht unter Druck, sein Wachstum mit Zukäufen zu beschleunigen. Altera fertigt vorwiegend stromsparende programmierbare Chips, die unter anderem in Rechenzentren eingesetzt werden. In dem Bereich macht Intel seine profitabelsten Geschäfte, der traditionelle PC-Markt hingegen lahmt derzeit wegen der Konkurrenz von Smartphones und Tablets.

Über das Interesse von Intel an Altera war bereits seit Monaten spekuliert worden. Im April hieß es in Medienberichten zunächst noch, die Gespräche seien gescheitert. Auch damals sei es um rund 54 Dollar gegangen, und die Ablehnung des Deals durch Altera habe einige Großaktionäre verärgert, berichtete das «Wall Street Journal». Sie hätten nicht geglaubt, dass Altera so bald wieder ein Angebot in dieser Höhe bekommen könnte.

In der Branche herrscht Hochzeitsfieber: In der vergangenen Woche hatte der in Singapur beheimatete Halbleiterhersteller Avago Technologies den Kauf des US-Spezialisten für Drahtlos-Chips Broadcom für 37 Milliarden Dollar angekündigt - den bisher größten Deal in der Branche.

In den Intel-Fabriken wurden bereits einige Altera-Chips gefertigt. Die Stärke des Altera-Prinzips ist, dass die Chip von den Kunden nachträglich für spezielle Aufgaben angepasst werden können, indem sie einzelne Schaltkreise aktivieren.

Intel ist zwar der klare Marktführer bei Prozessoren für Server in Rechenzentren, aber auch andere Anbieter drängen ins Geschäft - etwa der Chipdesigner ARM, der mit seiner stromsparenden Technologie bei Smartphones und Tablets dominiert.