Niedriger Eurokurs hält Dax im Aufwind

Die deutschen Standardaktien haben an ihre Gewinne der Vorwoche angeknüpft. Werte aus der zweiten Reihe kamen hingegen mehrheitlich kaum vom Fleck. Börsianer nannten vor allem den niedrigeren Eurokurs als Unterstützungsfaktor für den Dax.

Niedriger Eurokurs hält Dax im Aufwind
Fredrik Von Erichsen Niedriger Eurokurs hält Dax im Aufwind

Wegen Feiertagen in den USA und Großbritannien waren stärkere Impulse Mangelware. Übernahmespekulationen dominierten die Nachrichtenlage.

Der Dax baute sein 3,7-prozentiges Plus aus der vergangenen Woche mit einem Zugewinn von 0,46 Prozent auf 10 333,23 Punkte aus. Der MDax mittelgroßer Unternehmen verlor hingegen 0,05 Prozent auf 20 801,13 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,09 Prozent auf 1691,83 Punkte zu.

Wegen der Aussicht auf bald steigende US-Leitzinsen war der Kurs des US-Dollar am Freitag gestiegen und hatte so den Euro unter Druck gebracht. Ausgelöst hatte diese Entwicklung die US-Notenbankvorsitzende Janet Yellen mit den Worten, dass die US-Wirtschaft allmählich besser laufe und eine Zinsanhebung in den kommenden Monaten wohl angemessen wäre. Der Eurokurs legte auf zuletzt 1,1135 Dollar leicht zu, liegt damit aber immer noch auf dem tiefsten Stand seit Mitte März. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1139 (Freitag: 1,1168) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8978 (0,8954) Euro.

«Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich der Wind am deutschen Aktienmarkt in Richtung Optimismus gedreht hat», konstatierte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets. Nachdem in den vergangenen Wochen trotz zunehmender Zinsangst größere Verkäufe an den weltweit wichtigen Börsen ausgeblieben seien, freunde sich der Markt nun immer mehr mit einer weiteren Zinserhöhung durch die US-Notenbank an.

Aus Branchensicht waren die Aktien der Autobauer die Favoriten im Dax. So gewannen Volkswagen 1,70 Prozent, Daimler legten um 1,52 Prozent zu und BMW kletterten um 0,80 Prozent nach oben.

Ansonsten wurde auf Unternehmensseite das Thema Übernahmen größer gespielt. Derzeit rätselt der Markt ob der Pharma- und Chemiekonzern Bayer sein Kaufgebot für den US-Saatgutkonzern Monsanto aufstocken wird. Wie die «Sunday Times» aus Kreisen der Londoner Finanzwelt berichtete, könnte ein von den Leverkusenern auf bis zu 130 US-Dollar je Aktie nachgebessertes Angebot für Monsanto bereits Anfang dieser Woche auf den Tisch kommen. Die bisherige Offerte beträgt 122 Dollar je Aktie und war von Monsanto erst kürzlich als «finanziell nicht angemessen» abgelehnt worden. Die Bayer-Papiere rückten um 1,30 Prozent vor.

Der EuroStoxx 50 legte um 0,37 Prozent auf 3090,01 Punkte zu. Der Pariser CAC-40-Index gewann 0,32 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,03 Prozent am Freitag auf 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,17 Prozent auf 142,26 Punkte. Der Bund Future verlor 0,16 Prozent auf 163,71 Punkte.