Nivea-Konzern Beiersdorf setzt auf Schwellenländer

Der Beiersdorf-Konzern mit seiner Weltmarke Nivea setzt auf neue Produkte und die Märkte in den wachsenden Schwellenländern.

«2015 wird sicher eines der schwierigsten und volatilsten Jahre seit langem», sagte Vorstandschef Stefan Heidenreich im Hinblick auf politische Unruheherde und weltweite Währungsturbulenzen. «Wir sind aber so gut aufgestellt, dass wir auch unter schwierigen Rahmenbedingungen wachsen können.» Der Gesamtkonzern solle wie seine Teilbereiche Konsumgüter und Tesa um drei bis fünf Prozent wachsen und die Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen (Ebit) leicht zunehmen.

Beiersdorf setzt dabei nicht auf Kostensparen und Stellenabbau. «Das ist für uns nicht der richtige Weg, und das wissen auch unsere Mitarbeiter», sagte Heidenreich. Beiersdorf setze vielmehr auf Expansion und Wachstum. Grundlage für die Strategie sei der Ausbau von Marktanteilen durch innovative Produkte.

Zweiter zentraler Baustein sei die Ausbreitung in Wachstumsmärkten außerhalb von Europa und Nordamerika. Sie machen mittlerweile 52 Prozent des Beiersdorf-Umsatzes aus, wobei dieser Anteil währungsbedingt schwanken kann. So lag das Umsatzplus in Lateinamerika bei 7,1 Prozent, in Asien, Afrika und Australien bei 9,6 Prozent. Beiersdorf baut gegenwärtig neue Fabriken oder Erweiterungen in Mexiko, Indien und Chile. Nicht gut läuft es gegenwärtig in China, wo sich das Konsumklima abgekühlt hat und zunehmend einheimische Unternehmen auf den Markt drängen. In diesem Markt erwirtschaftet Beiersdorf seit Jahren Verluste.

Das abgelaufene Jahr endete für den Konzern mit einem Umsatzplus von 2,3 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro und einem Gewinn nach Steuern von 537 Millionen Euro, nach 543 Millionen Euro im Vorjahr. Der rückläufige Gewinn sei auf einen Sondereffekt zurückzuführen, eine außerordentliche Abschreibung von 67 Millionen Euro auf das Geschäft in China. Ohne diesen Sondereffekt sei die Umsatzrendite nach Steuern von 8,7 auf 9,2 Prozent gestiegen. Die Dividende bleibt unverändert bei 70 Cent je Aktie.

Beiersdorf hat rund vier Milliarden Euro in der Kriegskasse und könnte andere Unternehmen kaufen. «Wir sehen uns alles an, das gehört zum Job», sagte Heidenreich. In den vergangenen drei Jahren sei der Konzern aber gut damit gefahren, sich organisch - also eigener Kraft - zu entwickeln. Mittlerweile wachse Beiersdorf schneller als die gesamte Konkurrenz.