Noch keine Spur von der verschwundenen AirAsia-Maschine

Wieder wird nach einem Passagierflugzeug gesucht: Von der verschollenen AirAsia-Maschine fehlt jede Spur. Das Wrack könnte ganz im Meer versunken sein. Den Indonesiern mangelt es zudem an der Ausrüstung zur Ortung.

Suchmannschaften haben am Montag in Südostasien keine Spur von der am Sonntag verschwundenen AirAsia-Passagiermaschine gefunden. Die Retter brachen die Suchaktion kurz vor Einbruch der Dunkelheit (Ortszeit) ab. Die Helfer wollten am Dienstagmorgen weiter nach dem Airbus A320 suchen. Nach Ansicht eines Experten könnte dies noch Wochen oder Monate dauern. An Bord des Flugzeuges waren insgesamt 162 Menschen.

Dutzende Flugzeuge, Schiffe und Hubschrauber aus Indonesien, Malaysia und Singapur waren in der Javasee zwischen Sumatra und Borneo im Einsatz. «Wir haben keinerlei Informationen über den Verbleib des Flugzeugs», räumte der Chef der Transportsicherheitsbehörde, Tatang Kurniadi, ein.

Auch Wrackteile wurden nicht gefunden. Ein australisches Suchflugzeug hatte zwar Treibgut im Wasser aufgespürt. Dieses stamme jedoch nicht von dem Flugzeug, sagte Indonesiens Vizepräsident Jusuf Kalla bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

100 Seemeilen vor der Insel Belitung wurde zudem eine Ölspur entdeckt. Experten untersuchten, ob es sich um Flug- oder um Schiffsbenzin handelt, teilte die indonesische Luftwaffe mit. Ergebnisse lagen zunächst nicht vor.

Kalla bat die Angehörigen der Passagiere, sich auf «das Schlimmste» einzustellen. An Bord von Flug QZ8501 waren 162 Menschen, überwiegend Indonesier.

«Wir gehen davon aus, dass die Maschine auf dem Meeresboden liegt», sagte der Chef der Such- und Rettungsbehörde, Bambang Sulistyo. «Wenn das stimmt, wird es schwierig sein, sie zu lokalisieren, weil unsere Ausrüstung dafür nicht ausreicht.»

Er bezog sich auf Schleppsonden, die unter Wasser Ultraschallsignale auffangen können. Die Datenschreiber in jedem Flugzeug sind mit so genannten Ortungsbaken ausgestattet, die solche Signale aussenden. Singapur bot die Entsendung von zwei solchen Schleppsonden an.

«Wir suchen auch an Land», sagte der Chef der Zivilluftfahrt-Behörde, Djoko Murjatmojo. «Wir können nicht ausschließen, dass die Maschine in Westkalimantan (auf Borneo) oder auf Bangka oder Belitung abgestürzt ist.» Das Suchgebiet umfasst rund 13 000 Quadratkilometer, eine Fläche fast so groß wie Schleswig-Holstein.

Lokale Medien berichteten von Fischern, die in der Region am Sonntagmorgen einen lauten Knall gehört haben wollen. Solche Berichte zu verifizieren ist nach Angaben der Such- und Rettungsdienste aber extrem schwierig. In Jakarta traf ein Team von Airbus ein, um bei der Untersuchung der Unglücksursache zu helfen. Ohne Ortung der Maschine und der Blackboxen konnten sie aber wenig tun.

Der Billig-Flieger war auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur und verschwand vom Radar, kurz nachdem der Pilot eine Gewitterfront gemeldet und um Kursänderung gebeten hatte. Seit dem frühen Sonntagmorgen (kurz nach Mitternacht MEZ) fehlt jeder Kontakt zu der sechs Jahre alten Maschine. AirAsia korrigierte erste Angaben zur Erfahrung des Piloten: Kapitän Iriyanto hatte 6100 Flugstunden nur mit AirAsia absolviert, insgesamt aber 20 537 Flugstunden.

Eine Gewitterfront als Ursache für den Absturz ist laut dem deutschen Luftfahrt-Experten Cord Schellenberg wenig wahrscheinlich. Schlechtwetterfronten seien in der zivilen Luftfahrt alltäglich und die Maschinen dafür ausgerüstet, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Rund um den Äquator gibt es viele Gewitter; darauf sind die Piloten einer indonesischen Fluglinie eingestellt», sagte Schellenberg.

Die Suche nach dem Wrack könnte Tage, Wochen oder Monate dauern. Schellenberg verwies auf die Air-France-Maschine, die 2009 vor Brasilien abgestürzt war. Da hatte es zwei Jahre gedauert, die Aufzeichnungsgeräte zu finden, zu bergen und auszuwerten. Im Fall des im März verschollenen Flugs MH370 von Malaysian Airlines konnte die Absturzstelle bis heute nicht lokalisiert werden.