Notenbank-Geldflut treibt Dax zeitweise über 12 200 Punkte

Die Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Dax am Montag erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 12 000 Punkte getrieben. Ohne größere Widerstände kletterte der deutsche Leitindex danach sogar bis auf 12 219 Punkte weiter.

Zum Handelsschluss standen 12 167,72 Punkte auf der Kurstafel - ein Plus von 2,24 Prozent. Von dem guten Börsenklima profitierten auch die anderen Indizes: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen übersprang erstmals die 21 000er-Marke und schloss mit plus 1,23 Prozent bei 21 113,55 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 1,02 Prozent auf 1673,11 Punkte zu.

Fallende Kurse scheine es wohl nicht mehr zu geben, kommentierte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin «Index-Radar». Viele Anleger hätten vergeblich auf eine Korrektur gewartet, um günstiger in den Markt zu kommen, und stiegen nun gezwungenermaßen zu höheren Kursen ein. Die NordLB sieht für den Dax nun kurzfristig Risiken. Pessimistisch sollten Anleger dennoch nicht sein. Schließlich habe sich bereits in den USA gezeigt, dass der Aufkauf von Staatsanleihen zu einer Konjunkturbelebung führen könne - verbunden mit einer starken Aktienentwicklung.

Zu den Einzelwerten: Nach einem schwierigen Jahr gibt sich der Industriegase-Anbieter Linde für 2015 wieder deutlich optimistischer. Anleger dürfen sich zudem über eine höhere Dividende freuen. Die Aktie gewann 2,70 Prozent auf 193,80 Euro und erreichte im Verlauf bei 195,10 Euro ein Rekordhoch.

Für die Siemens-Titel ging es um 2,42 Prozent nach oben. Sie profitierten laut Händlern vor allem von einem 10-Milliarden-Euro schweren Paket aus Aufträgen und Absichtserklärungen aus Ägypten, unter anderem für den Bau eines großen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks sowie Windkraftanlagen. Zudem legte der Elektrotechnikkonzern seinen jahrelangen Rechtsstreit mit dem staatlichen mexikanischen Ölkonzern Pemex bei. Es ging um den Vorwurf der Korruption.

Spitzenwert im Dax waren K+S mit einem Aufschlag von 4,20 Prozent. Analysten hatten sich abermals positiv zu dem Dünger- und Salzproduzenten geäußert und trauen der Aktie weitere Kursgewinne zu. Im MDax stiegen die Anteilsscheine des Modekonzerns Gerry Weber nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen um 1,78 Prozent.

Der EuroStoxx 50 legte um 1,38 Prozent auf 3706,75 Punkte zu. Der Cac-40-Index in Paris und der FTSE-100-Index in London gewannen jeweils rund ein Prozent. In New York rückte der Dow Jones Industrial zum Handelsende in Europa ebenfalls um gut ein Prozent vor.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,19 Prozent am Freitag auf 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,13 Prozent auf 140,28 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,08 Prozent auf 159,07 Punkte. Der Euro stieg zuletzt wieder über den von der EZB am Nachmittag festgesetzten Referenzkurs von 1,0557 (Freitag: 1,0572) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,9472 (0,9459) Euro.