Notenbanken sorgen für Kursrally in Frankfurt

Die Billiggeld-Flut der Notenbanken hat den deutschen Aktienmarkt weiter angetrieben.

Zusätzlich zur Aussicht auf eine geldpolitische Lockerung durch die Europäische Zentralbank lieferte nach dem Mittag eine Leitzinssenkung durch die chinesische Notenbank weiteren Treibstoff für die Kursrally.

Der Dax schnellte bis zum Nachmittag um 2,97 Prozent auf 10 803,98 Punkte nach oben. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Gewinn von fast 7 Prozent ab.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax rückte am Freitag um 2,81 Prozent auf 20 962,01 Zähler vor und der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,71 Prozent auf 1815,94 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um zweieinhalb Prozent zu.

Mit der Zinssenkung reagierte die chinesische Führung auf die Sorgen um die Konjunktur des Landes. Von der Europäischen Zentralbank erhoffen sich die Anleger erst noch einer weitere Lockerung der Geldpolitik, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag die Tür für derartige Schritte weiter geöffnet hatte. Ein Händler hatte die Aussagen von Draghi als Startschuss für eine mögliche Jahresendrally am Aktienmarkt bezeichnet.

Die Aktivitäten der Notenbanken setzten den Kurs des Euro unter Druck, der seit Donnerstagmittag von über 1,13 auf gut 1,10 US-Dollar fiel. Ein schwächerer Euro verleiht den Kursen hierzulande zusätzlichen Rückenwind, da er heimischen Firmen den Export erleichtert.

Autowerte waren angesichts des schwächeren Euro unter den größten Gewinnern im Dax. Die Papiere von Volkswagen, BMW und Daimler verteuerten sich jeweils um 3,50 bis 4 Prozent. Im MDax zogen die Aktien des Flugzeugbauers Airbus - ebenfalls angetrieben vom schwachen Euro - um mehr als 5 Prozent an.

Einziger Verlierer im Dax waren die Aktien des Dünger- und Salzproduzenten K+S. Einem Händler zufolge drückte die Sorge um schwächelnde Kalidünger-Preise auf die Stimmung. Die K+S-Papiere knickten um zweieinhalb Prozent ein.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,43 Prozent auf 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,33 Prozent auf 140,18 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,16 Prozent auf 157,33 Punkte. Der Kurs des Euro rutschte deutlich ab: Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1046 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,1084 (Donnerstag: 1,1313) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9022 (0,8839) Euro.