Nowitzki: «Bis zu den Playoffs kann sich noch viel tun»

Dirk Nowitzki geht bereits in seine 18. NBA-Saison. Doch noch nie seit seinen Anfangsjahren waren die Aussichten mit den Dallas Mavericks für Deutschlands Basketball-Superstar so ungewiss. Selbst der Einzug in die Playoffs könnte in Gefahr geraten.

Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht Nowitzki über seine Erwartungen an die am Dienstag beginnende Spielzeit, die beiden anderen deutschen NBA-Profis Dennis Schröder und Tibor Pleiß sowie seine Zukunft in der Nationalmannschaft.

Herr Nowitzki, wie schwer war der Einstieg nach der kurzen Sommerpause, wie geht es Ihnen körperlich vor dem Saisonstart?

Ich habe ja wegen der EM bereits im Juli wieder das Training aufgenommen. Nach der anstrengenden EM habe ich dann in Absprache mit den Trainern und Physiotherapeuten in Dallas die Vorbereitung abgestimmt und zu Beginn der Preseason auf ein paar Partien verzichtet. Ich bin körperlich gut drauf und hoffe, dass bis zum Saisonstart noch einige wichtige Spieler wieder fit sind. Phasenweise haben uns ja bis zu acht Spieler gefehlt, das hat ein Einspielen natürlich fast unmöglich gemacht.

Wieder einmal ist es nicht gelungen, Ihnen einen großen zweiten Star an die Seite zu stellen. Wie frustrierend ist das?

Leider hat das mit DeAndre Jordan nicht geklappt, aber wir haben ein paar gute Spieler geholt. Ich konzentriere mich darauf, mit den Spielern, die hier sind, Spiele zu gewinnen. Eine NBA-Saison ist lang und ich habe schon viel erlebt in meiner Karriere. Da kann sich noch viel tun bis zu den Playoffs.

Sind angesichts all der Probleme nicht sogar die Playoffs ernsthaft in Gefahr?

Unser Ziel sind die Playoffs, das ist bei den Dallas Mavericks seitdem ich hier bin immer so. Es wird keine leichte Aufgabe, weil der Westen wieder extrem stark besetzt ist. Wenn wir alle Spieler zur Verfügung haben und einen guten Rhythmus zusammen finden, sind die Playoffs aber ein realistisches Ziel.

Wie sehen Sie Ihre eigene Rolle, wie viele Minuten erwarten Sie durchschnittlich auf dem Parkett zu stehen?

Ich werde auf meinen Körper achten und schlau mit meiner Energie umgehen. In meinem Alter ist es ganz normal, dass die Spielzeit weniger wird. Ich habe kein Problem damit. Hauptsache ich kann meiner Mannschaft zum Sieg verhelfen.

Wer sind für Sie die Favoriten auf den NBA-Titel?

Im Westen die Golden State Warriors und im Osten die Cleveland Cavaliers. Vor allem in der Western Conference gibt es aber wieder viele gute Teams, da ist vieles möglich.

In Dennis Schröder und Tibor Pleiß spielen zwei weitere Deutsche in der NBA. Was trauen Sie ihnen in der kommenden Saison zu?

Dennis hat eine super Saison gespielt letztes Jahr und ich denke, daran kann er anknüpfen. Tibor muss sich zunächst an die sehr physische Spielweise in der NBA gewöhnen. Aber er hat gute Möglichkeiten, sich in seinem Team weiterzuentwickeln.

Nach der NBA könnte vor der vorolympischen Qualifikation sein. Wären Sie für den Fall, dass eines der drei Turniere in Deutschland stattfindet, dabei?

Das kann ich erst nach der Saison entscheiden. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn Deutschland das Turnier ausrichten kann. Jede Chance auf Olympia ist ein Glücksfall.

Dirk Nowitzki ist der beste Basketballer, den Deutschland bislang hatte. Der inzwischen 37-Jährige hat in seiner Karriere eigentlich alles erreicht, wurde 2011 NBA-Champion und war 2008 bei Olympia in Peking dabei. Sein Vertrag in Dallas läuft noch zwei Jahre.