Nowitzki & Co. verpassen Überraschung gegen Serbien

Nach dem hauchdünn verpassten Coup gegen Vize-Weltmeister Serbien trotteten Dirk Nowitzki und Co. mit gesenkten Köpfen in die Kabine.

«Jetzt ist die Enttäuschung erstmal tief, da müssen wir uns erstmal von erholen», sagte Superstar Nowitzki mit leerem Blick über das bittere 66:68 in letzter Sekunde gegen den Gruppenfavoriten. Einen Tag nach dem mühevollen 71:65-Auftaktsieg über Außenseiter Island zeigte die deutsche Mannschaft ihre beste Leistung in diesem Sommer - zur großen Überraschung reichte es aber nicht.

Dennoch gab der Auftritt viel Hoffnung für die kommenden Aufgaben und den erhoffen Sprung ins Achtelfinale. «Wir haben 40 Minuten lang als Team gekämpft und einen super Job gemacht. Leider ist es dann nicht für uns entschieden worden. Wir können auf jeden Fall noch mehrere Siege holen», sagte NBA-Profi Dennis Schröder.

So sah das auch Nowitzki, zusammen mit Tibor Pleiß mit 15 Punkten bester Werfer im deutschen Team. «Es ist schade, aber es hat echt Spaß gemacht. Es war ein toller Basketball-Nachmittag. Morgen müssen wir wieder nach vorne blicken», sagte der 37-Jährige und verwies auf den Ruhetag vor dem Schlüsselspiel gegen die Türkei am Dienstag.

23 Sekunden vor dem Ende hatte Heiko Schaffartzik per Dreier den Ausgleich zum 66:66 für das deutsche Team erzielt. Die Zuschauer in der Arena tobten, die Sensation schien möglich. Doch dann setzte sich Nemanja Bjelica unter dem Korb gegen Pleiß durch und sorgte für den zweiten Sieg Serbiens, das zum Auftakt im Topspiel gegen Spanien gewonnen hatte. Der letzte Versuch von Schaffartzik verfehlte sein Ziel. «Natürlich ist das eine bittere Niederlage. Wir waren sehr nah dran, das Spiel zu gewinnen», sagte der gebürtige Berliner und meinte zur Aktion von Bjelica: «Das war der so ziemlich schwierigste Wurf im Basketball.»

Vor 13 050 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof, darunter Ex-Bundestrainer Svetislav Pesic und der einstige Dortmunder Fußball-Coach Jürgen Klopp, steckte die deutsche Mannschaft auch den Ausfall von Robin Benzing weg. Der Flügelspieler war gegen Island umgeknickt, hofft aber, im nächsten Vorrundenspiel zurückzukehren. «Ich bin zuversichtlich, dass es am Dienstag gegen die Türkei wieder geht», sagte der 26-Jährige.

Auch ohne den Spanien-Legionär hielt die deutsche Mannschaft von Beginn an mit großer Energie dagegen. Nowitzki setzte mit einem harten Foul gleich ein Zeichen. Er und seine NBA-Kollegen Schröder und Pleiß agierten anders als noch gegen Island am Tag zuvor sofort dominant. Nowitzki traf seinen ersten Wurf, Schröder nutzte seine Schnelligkeit gegen Point-Guard-Routinier Milos Teodosic zweimal gekonnt für den Zug zum Korb - das deutsche Team machte es dem großen Favoriten verdammt schwer.

Allerdings ließ die DBB-Auswahl insgesamt zu viele Chancen aus, um ein Topteam wie Serbien zu besiegen. «Wir haben defensiv zu schwach gereboundet, das hat uns das Spiel gekostet», sagte Schaffartzik. «Am Ende haben wir das Spiel wegen eines Wurfes verloren», sagte Bundestrainer Chris Fleming.

Der Nationalcoach blickte aber zuversichtlich nach vorne. «Ich war nicht überrascht von der Leistung meiner Mannschaft. Wir wussten, dass wir gegen Topmannschaften mithalten können. Wir haben im Laufe des Sommers viele Rückschläge hinnehmen müssen, sie aber weggesteckt. Das wird uns wieder gelingen.»