Nürnberg fällt durch - Darmstadt: Sind kein Spitzenteam

Bei der Reifeprüfung in Darmstadt fiel der Bundesliga-Absteiger aus Nürnberg krachend durch, aber auch der Aufsteiger aus Hessen wähnt sich trotz seiner Erfolgsserie nicht als Zweitliga-Spitzenteam.

Nürnberg fällt durch - Darmstadt: Sind kein Spitzenteam
Fredrik Von Erichsen Nürnberg fällt durch - Darmstadt: Sind kein Spitzenteam

«Es geht definitiv um den Klassenerhalt», sagte Darmstadt-Profi Leon Balogun nach dem 3:0 (1:0) vor ausverkauftem Haus am Böllenfalltor. «Lilien»-Trainer Dirk Schuster sprach von einem verdienten Sieg im Montagsspiel, mahnte jedoch umgehend: «Es steht uns nicht zu, euphorisch zu sein. Wir wissen, wo wir herkommen.» Schuster verwies auf Etat, Stadion und Infrastruktur, die in Darmstadt derzeit höchstens Drittliga-Niveau haben: «Von einer Spitzenmannschaft sind wir noch meilenweit entfernt.» Auch wenn die Tabelle den Neuling mit 19 Punkten als Vierten ausweist.

Davon kann der «Club» nur träumen. Der Absteiger aus Nürnberg tut sich schwer in der 2. Fußball-Liga. «Das ist wieder eine Lernphase für uns», resümierte Trainer Valerien Ismael und gab sich unaufgeregt. Nach der sechsten Niederlage im elften Saisonspiel dümpelt sein Team mit 13 Punkten auf Rang zwölf herum - ernüchternd.

Nach einem kleinen Zwischenhoch mit sieben Zählern aus drei Partien mussten die Franken vor 16 150 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor erkennen, dass diese Saison eine schwierige Lehrzeit für das runderneuerte Team darstellt. Die Mannschaft ist noch nicht stabil, zudem unterlaufen ihr naive Fehler besonders im Defensivverhalten.

Darmstadts Torjäger Dominik Stroh-Engel war von der «Club»-Abwehr nicht zu stoppen und erzielte sein sechstes Saisontor. Leon Balogun und Tobias Kempe erhöhten nach der Pause. «Bei den Toren zwei und drei haben wir uns zu unclever präsentiert», rügte Ismael. Schon das 0:1 aus leichter Abseitsposition habe man «viel zu einfach kassiert», wie Mittelfeldspieler Robert Koch feststellte.

Ismael mochte aber nicht zu hart mit seinen Spielern ins Gericht gehen. «Meine Jungs haben den Kampf angenommen», sagte der Trainer. Tatsächlich verlief die erste Spielhälfte weitgehend ausgeglichen, aber insgesamt agierten die Darmstädter abgezockter, und das nicht nur beim Toreschießen. Dazulernen - und zwar schnell - müsse seine Mannschaft, mahnte Ismael: «Die Jungs dürfen nicht glauben, dass es von allein läuft.»

Diese Maxime haben die Darmstädter längst verinnerlicht. Den stimmungsvollen Abend durften sie daher mit einer maßvollen Feier abrunden. Trainer Schuster gab seinem Team die Erlaubnis zu einem Bier: «Aber wirklich nur eins.»