NSU-Prozess: Gericht untersucht Herkunft der Tatwaffe

Im NSU-Prozess will das Oberlandesgericht München heute die Herkunft der wichtigsten Waffe der Neonazi-Terroristen klären. Mit einer «Ceska 83» sollen laut Anklage Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos insgesamt neun Geschäftsleute ausländischer Herkunft ermordet haben.

NSU-Prozess: Gericht untersucht Herkunft der Tatwaffe
Peter Kneffel NSU-Prozess: Gericht untersucht Herkunft der Tatwaffe

Die Waffe gelangte nach den Ermittlungen über mehrere Mittelsmänner in der Schweiz und einen rechten Szeneladen in Jena zu den Angeklagten Carsten S. und Ralf Wohlleben, die sie an die untergetauchten Terroristen weitergaben.

Für heute hat das Gericht zwei Zeugen aus der Schweiz geladen; es wird jedoch damit gerechnet, dass nur einer von ihnen tatsächlich in München erscheint. Ein für Donnerstag geladener Schweizer, der die «Ceska» möglicherweise nach Deutschland weiterverkauft hat, hat bereits angekündigt, dass er nicht vor Gericht erscheinen wird. Daraufhin hat der Vorsitzende Richter die für Donnerstag geplante Verhandlung abgesagt. Das Gericht hat keine Möglichkeit, in der Schweiz lebende Zeugen zum Erscheinen zu zwingen.