NSU-Prozess: Zschäpe will Fragen nur schriftlich beantworten

Nun ist es offiziell: Im Münchner NSU-Prozess will sich die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe an diesem Mittwoch erstmals äußern - aber Fragen erst später und nur schriftlich beantworten.

NSU-Prozess: Zschäpe will Fragen nur schriftlich beantworten
Tobias Hase NSU-Prozess: Zschäpe will Fragen nur schriftlich beantworten

Das teilte ihr Verteidiger Mathias Grasel vor dem Oberlandesgericht (OLG) mit. Er bat das Gericht nach der Erklärung, die er verlesen will, um einen schriftlichen Fragenkatalog. Eine unmittelbare Beantwortung werde wohl nicht möglich sein, sonst müsse er sich nach jeder Frage erst mit seiner Mandantin besprechen.

Zugleich bat er darum, nach Zschäpes Erklärung den Prozesstag am Donnerstag ausfallen zu lassen. «Ich denke, dass die Belastung nach der Einlassung einigermaßen groß sein wird.»

In den bisherigen zweieinhalb Jahren des Prozesses hatte Zschäpe bisher eisern geschwiegen. Sie folgte damit der Strategie ihrer drei anderen Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm.

Im NSU-Prozess muss sie sich als mutmaßliche Mittäterin für die Serie der zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge verantworten, die dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) vorgeworfen werden. Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios.

Neun der Mordopfer waren Gewerbetreibende türkischer oder griechischer Herkunft. Als Motiv für diese Taten und die beiden Sprengstoffanschläge in Köln nimmt die Bundesanwaltschaft Fremdenfeindlichkeit an. Die beiden anderen NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sollen sich nach einem gescheiterten Banküberfall im November 2011 in Eisenach das Leben genommen haben.