NSU-Tatwaffe vor Gericht auf Tagesordnung: Zeuge sagt nicht aus

Die Herkunft der Tatwaffe des Terror-Trios NSU hat am Mittwoch das Gericht im NSU-Prozess beschäftigt. Allerdings sagte ein entscheidender Zeuge vor dem Oberlandesgericht München nicht aus.

NSU-Tatwaffe vor Gericht auf Tagesordnung: Zeuge sagt nicht aus
Franziska Kraufmann NSU-Tatwaffe vor Gericht auf Tagesordnung: Zeuge sagt nicht aus

Der 40-Jährige, der früher in einem rechten Szeneladen gearbeitet hatte und die Pistole vom Typ Ceska 83 an den Angeklagten Carsten S. verkauft haben soll, kann nach Ansicht des Gerichtes von einem «umfassenden Auskunftsverweigerungsrecht» Gebrauch machen - weil er sich sonst womöglich selbst belastet.

Es bestehe ein Anfangsverdacht wegen Beihilfe zum Mord und somit die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung, hieß es. «Da würde ich mich mit meinem Anwalt beraten, bevor ich hier mich selber 'reinreite», sagte der Zeuge nach seiner Belehrung durch den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl. Bis zum kommenden Montag soll er dem Gericht nun einen Rechtsanwalt nennen.

Am Nachmittag sollte laut Plan die Vernehmung des Besitzers dieses Szeneladens fortgesetzt werden. Der Mann hatte seine Aussage bereits in der vergangenen Woche begonnen, sich aber immer wieder auf Erinnerungslücken berufen. Auch er soll in den Kauf der Tatwaffe verwickelt sein.

Dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) wird die Ermordung von neun türkisch- und griechischstämmigen Einwanderern und einer deutschen Polizistin zwischen 2000 und 2007 zur Last gelegt, in neun Fällen war die Ceska die Tatwaffe. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe ist die einzige Überlebende des Trios.