NSU-Zeuge bestreitet V-Mann-Tätigkeit

Im NSU-Prozess hat ein früherer Anführer der rechtsextremen «Blood & Honour»-Organisation bestritten, als V-Mann für den Thüringer Verfassungsschutz gearbeitet zu haben.

NSU-Zeuge bestreitet V-Mann-Tätigkeit
Stephan Jansen NSU-Zeuge bestreitet V-Mann-Tätigkeit

Allerdings hatte das Thüringer Innenministerium dem Gericht vorab eine «unbeschränkte Aussagegenehmigung» für den Zeugen geschickt, die der Richter im Verhandlungssaal verlas. Der Zeuge bestritt dennoch mehrfach jegliche Zusammenarbeit mit der Behörde. Er vermute, dass sie bewusst falsche Informationen in die Öffentlichkeit trage, um ihm zu schaden.

Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und ihre nicht mehr lebenden mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt habe er nicht gekannt. Nur mit dem wegen Beihilfe zum Mord mitangeklagten Ralf Wohlleben habe er sich gelegentlich getroffen, sagte der Zeuge. Die Bundesanwaltschaft wirft Zschäpe die Beteiligung an zehn Morden des «Nationalsozialistischen Untergrunds» und zwei Sprengstoffanschlägen vor.