Kerber glänzt in Nürnberg in der Hauptrolle

Angelique Kerber spielt ihre Hauptrolle beim Heimspiel in Nürnberg weiter mit großem Ehrgeiz und Erfolg. Die Titelfavoritin löste ihre dritte Aufgabe bei dem mit 250 000 Dollar dotierten WTA-Turnier gegen die japanische Qualifikantin Misaki Doi trotz Rückenbeschwerden mit 6:2, 6:3.

Die an Nummer zwei gesetzte Linkshänderin aus Kiel zog nach dem frühzeitigen Aus ihrer Fed-Cup-Kolleginnen Andrea Petkovic und Sabine Lisicki souverän ins Halbfinale ein. «Ich habe mich gut bewegt. Die Schläge haben gepasst», sagte Kerber. Nur die Muskulatur im unteren Bereich des Rückens bereitet ihr Probleme. Trotzdem wolle sie sich durchbeißen, auch wenn «die Gesundheit am Ende vorgeht».

Nächste Gegnerin von Kerber auf dem Weg zum angestrebten dritten Turniersieg des Jahres nach Stuttgart und Charleston (USA) ist Roberta Vinci. Die an Nummer vier gesetzte Italienerin musste in ihrem Viertelfinale gegen Kurumi Nara aus Japan deutlich länger kämpfen, um in drei Sätzen mit 6:1, 1:6, 6:4 zu gewinnen. «Auf Sand ist Roberta eine unangenehme Gegnerin», kommentierte Kerber.

Die Weltranglistenelfte steht erwartungsgemäß im Semifinale, in das ihr im weiteren Verlauf des vierten Turniertages auch noch die 20-jährige Carina Witthöft folgen wollte. Auf die an Nummer acht gesetzte Aufsteigerin aus Hamburg wartete beim Nürnberger Versicherungscup eine anspruchsvolle Aufgabe. Ihre Gegnerin Lara Arruabarrena aus Spanien hatte im Achtelfinale die an Nummer drei eingestufte Berlinerin Sabine Lisicki in drei Sätzen niedergerungen.

Kerber präsentierte sich nach einem Ruhetag auf dem sehr gut besuchten Center Court konzentriert und zielorientiert. Sie holte sich gegen eine zähe Widersacherin weiteres Selbstvertrauen für die am Sonntag beginnenden French Open: «Ich bin ganz gut im Schlag. Ich habe die Sandplatzsaison bislang gut hinbekommen mit zwei Turniersiegen. Ich werde selbstbewusst nach Paris fahren.»

Kerber verfügte in dem Linkshänder-Duell über mehr Varianten in ihrem Spiel als die tapfer kämpfende Doi, die meistens mit ihrer scharfen Vorhand punkten konnte. Kerber dominierte zudem die wichtigen Punkte. Sechs von sieben Breakchancen nutzte sie. Und als sie im ersten Durchgang zum Satzgewinn aufschlug, wehrte sie erst einen Breakball ab und schlug dann einen Vorhand-Winner zum 6:2. Auch Bundestrainerin Barbara Rittner war als Tribünengast sehr zufrieden. «Bravo Angie», rief Rittner einmal begeistert nach einem Punktgewinn.

Kerber hatte im richtigen Moment zudem das Glück auf ihrer Seite, etwa als ihr mit einem Netzroller das vorentscheidende Break zum 4:3 gelang. Kurz darauf konnte sie nach dem ersten Matchball jubeln. «Vor Heimpublikum spielen zu können ist etwas Schönes», schwärmte sie.