Regen zwingt Lisicki in eine Warteschleife

Sabine Lisicki war im nasskalten Nürnberg zur Kurzarbeit verurteilt. Nur elf Minuten stand die an Nummer drei gesetzte Berlinerin auf dem Platz, da musste ihre Achtelfinalpartie gegen die Spanierin Lara Arruabarrena beim Stand von 2:2 schon wieder unterbrochen werden.

Regen zwingt Lisicki in eine Warteschleife
Daniel Karmann Regen zwingt Lisicki in eine Warteschleife

Vorher Regen, nachher Regen - die Fed-Cup-Spielerin musste bei dem WTA-Event notgedrungen das tun, was sie auch von ihrem Lieblingsturnier in Wimbledon bestens kennt: Sie musste warten.

Am Mittwoch erreichte die Regenfront in Bayern das Frankenland. Und der Wetterumschwung sorgte dafür, dass die letzten drei Achtelfinalspiele nicht planmäßig über die Bühne gehen konnten. Viele Zuschauer schützten sich mit Schirmen, harrten auf der Anlage aus. Auch die Spielerinnen mussten sich die Zeit vertreiben. Neben Lisicki (Berlin) sollte auch noch Carina Witthöft (Hamburg) auf den Platz gehen und gegen Jewgenia Rodina aus Russland antreten.

Als Lisicki am frühen Nachmittag mit zweistündiger Verspätung endlich gegen Arruabarrena aufschlagen durfte, begann sie vor den Augen ihres Freundes Oliver Pocher sehr motiviert. Ein feiner Stopp beim ersten Ballwechsel, zwei gewonnene Aufschlagspiele, es ließ sich gegen die Spanierin auf dem ungeliebten schweren roten Sand recht ordentlich an für sie. Bis es wieder zu tröpfeln begann - und sie im fünften Spiel prompt zwei Breakchancen gegen sich hatte. Die Schiedsrichterin unterbrach wieder, die Spielerinnen packten die Taschen - Pause.

Angelique Kerber erging es besser. Die Turnierfavoritin hatte bislang mehr Glück mit ihrem Einsatzplan bei den «Fränkisch Open». Die 27-Jährige aus Kiel konnte nach ihrem kraftraubenden Erfolg gegen die Tschechin Klara Koukalova einen Ruhetag einlegen. «Es ist gut, sich ein bisschen erholen zu können», sagte die Fed-Cup-Spielerin, die am Dienstagabend ihr Achtelfinale mit 6:1, 7:6 (7:2) gewonnen hatte.

Nach dem Match ließ sie sich intensiv behandeln und pflegen. Rücken, Oberschenkel - überall zwickt es die Turnierfavoritin. «Wir spielen elf Monate im Jahr Tennis», bemerkte sie zur extremen körperlichen Beanspruchung. Schonen für die am Sonntag beginnenden French Open will sich die Weltranglistenelfte aber nicht. «Ziel ist es, viele Matches zu haben vor Paris», sagte Kerber. Am liebsten fünf - Finale inklusive. Dafür müsste Kerber aber zunächst in ihrem dritten Match am Donnerstag die Qualifikantin Misaki Doi bezwingen.

Ans einzige Duell mit der Japanerin kann sich Kerber kaum noch erinnern. In Birmingham siegte sie vor fünf Jahren auf Gras in drei Sätzen. Dass die nur 1,59 Meter große Doi wie sie mit links schlägt, hat Kerber aber nicht vergessen. «Und es ist immer komisch, gegen eine Linkshänderin zu spielen, wenn man selbst Linkshänderin ist», sagte Kerber. Einen Sieg mit links erwartet sie darum eher nicht.