Nur noch Besatzung an Bord der Adria-Fähre

Sämtliche Passagiere sind von der Adria-Fähre «Norman Atlantic» geborgen. An Bord sei nur noch die Besatzung, so der italienische Premierminister Matteo Renzi in Rom.

Nur noch Besatzung an Bord der Adria-Fähre
Stamatis Katapodis Nur noch Besatzung an Bord der Adria-Fähre

407 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. Bisher wurden fünf Todesopfer gefunden, vier am Montag, ein Toter am Sonntag.

Die Passagiere wurden mit Hubschraubern von der havarierten Fähre gerettet. Wind, schlechtes Wetter und Rauch behinderten die Rettung. Am Morgen erreichte ein Containerschiff mit 49 Geretteten den Hafen des süditalienischen Bari. Die Staatsanwaltschaft in Bari leitete Ermittlungen wegen fahrlässigen Schiffbruchs ein.

Die «Norman Atlantic» der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien, als am frühen Sonntagmorgen nordwestlich der Insel Korfu vermutlich auf dem Autodeck ein Feuer ausbrach. Das Schiff trieb anschließend manövrierunfähig zwischen der italienischen und albanischen Küste. 478 Menschen waren insgesamt an Bord, darunter wahrscheinlich auch 18 Deutsche.

In der Nacht hatte dichter Rauch den Rettungseinsatz behindert. Die Flammen an Bord der Fähre seien aber unter Kontrolle, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa noch am späten Abend. Es könne jedoch weitere Glutnester im Inneren des Schiffes geben, und es qualme weiter.

Der Frachter «Spirit of Piraeus», der zur Hamburger Rickmers-Gruppe gehört, war am Montagmorgen mit den Geretteten in Bari angekommen. Viele bedankten sich weinend beim Verlassen des Schiffes bei den Rettern. An Bord waren nach Angaben des Präfekten auch zwei Deutsche, zudem Griechen, Georgier, Iraker, Syrer, Türken und Albaner sowie ein Kanadier und zwei blinde Passagiere. Der Präfekt von Bari sagte, den Geretteten an Bord des Schiffes gehe es wohl gut.