Obama fordert mehr Engagement im Kampf gegen Ebola

US-Präsident Barack Obama und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordern von der internationalen Gemeinschaft mehr Anstrengungen bei der Ebola-Bekämpfung. Der Kampf gegen die Krankheit sei an einem entscheidenden Punkt.

Obama fordert mehr Engagement im Kampf gegen Ebola
Ahmed Jallanzo Obama fordert mehr Engagement im Kampf gegen Ebola

Die internationale Gemeinschaft müsse ihre Zusagen zur Bewältigung der Krise verdoppeln. Wie sich eine Krankenschwester bei einem Ebola-Patienten in den USA trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen anstecken konnte, ist weiter unklar.

Das Virus wütet vor allem in mehreren Ländern Westafrikas. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat inzwischen weit mehr als 8000 Ebola-Fälle in den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone registriert. Mehr als 4000 Menschen starben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

In Liberia droht ein Streik im Gesundheitswesen die Krise zu verschärfen. Am Montag hätten Pflegekräfte die Arbeit niedergelegt, teilte Gesundheitsminister Walter Gwenigale mit. Nach Rundfunkberichten fordern die Streikenden eine bessere Bezahlung und wirksame Schutzkleidung. In einigen Landesteilen hätten alle örtlichen Krankenhäuser geschlossen, hieß es. Die zuständige Gewerkschaft verlangt höhere Risikozuschläge für das Personal.

Die Untersuchungen zur Ebola-Infizierten in den USA liefen auf Hochtouren, sagte der Chef der US-Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention), Tom Frieden. Bei der Patientin soll es sich nach Angaben eines Familienmitglieds um eine 26-Jährige handeln, wie der Lokalsender WFAA in Texas berichtete.

Wie der Sender CNN berichtete, soll die Krankenschwester in Dallas zur Behandlung eine Bluttransfusion von einem Ebola-Überlebenden erhalten haben. ABC News zufolge stammt das Blut von dem im August als geheilt erklärten Arzt Kent Brantly.

Der Frau sei keine Schuld zu geben, sagte CDC-Chef Frieden. Das medizinische Personal kämpfe an vorderster Front, um einen Ausbruch der Epidemie zu verhindern. «Der Gegner hier ist ein Virus», so Frieden - kein Mensch, kein Land, kein Ort und auch kein Krankenhaus. Er finde es «schrecklich», dass eine Frau, die einem erkrankten Patienten habe helfen wollen, sich nun selbst angesteckt habe.

Die Frau hatte sich in Dallas im US-Staat Texas um einen Mann gekümmert, der die Krankheit aus Afrika in die Vereinigten Staaten gebracht hatte und vergangenen Mittwoch starb. Frieden warnte erneut vor möglichen weiteren Fällen. Die Behörden dekontaminierten öffentliche Flächen im Wohnhaus der Krankenschwester, berichtete CNN.

Frieden und Gesundheitsministerin Sylvia Mathews Burwell unterrichteten Obama am Montagnachmittag über den Stand der Untersuchungen und über die Maßnahmen der Behörden, die weitere Verbreitung von Ebola in den USA zu verhindern, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Die Behörden hätten demnach die Ressourcen in Dallas stark verstärkt.

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst hämorrhagisches - mit Blutungen einhergehendes - Fieber aus. Die Inkubationszeit beträgt nach WHO-Angaben zwei Tage bis drei Wochen. Dann setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, auch andere Organe werden geschädigt. Es können schwere innere Blutungen auftreten. Erst wenn die Symptome auftreten, sind Infizierte ansteckend.