Obama: Kenia muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen

US-Präsident Barack Obama hat die Kenianer auf eine hoffnungsvolle Zukunft eingeschworen und sie zugleich aufgerufen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. «Die Zukunft Afrikas ist den Afrikanern überlassen», sagte Obama bei einer Rede in Nairobi.

«Zu lange haben viele außerhalb nach Rettung gesucht und sich darauf konzentriert, dass jemand anderes die Schuld an den Problemen in diesem Land trägt», sagte Obama. Kenia sei zwar bei weitem nicht perfekt, habe aber allein zu seinen Lebzeiten große Fortschritte gemacht.

Korruption, die Benachteiligung von Frauen und Konflikte zwischen Stammesgruppen plagten das Land am Horn von Afrika noch immer, sagte Obama vor rund 5000 Zuschauern. Auch der Kampf gegen die islamistische Al-Shabaab-Miliz bleibe ein Problem. «Fortschritt erfordert, den dunklen Ecken unserer Vergangenheit ehrlich entgegenzutreten», sagte Obama im Heimatland seines Vaters vor seiner Weiterreise in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba.

«Präsident Barack hat eine Vision für Afrika», sagte der 17-jährige Moses Mungai aus dem Nyandarua-Bezirk im Osten des Landes. «Als Schüler fühlte ich mich ermutigt, dass die Zukunft Afrikas in uns selbst liegt und wir nicht auf westliche Ländern warten, uns selbst zu verändern.»

Die zu den Massai gehörende Rhoda Naserian zeigte sich glücklich, dass Obama die Ungleichbehandlung von Frauen erwähnte. «Ich komme aus einer Minderheiten-Gemeinde, die Genitalverstümmmelung an Frauen und Hochzeiten von Minderjährigen praktiziert», sagte die 21-Jährige. «Diese Probleme müssen angesprochen und ernst genommen werden.»