Obama stärkt Hillary Clinton für Wahlkampf den Rücken

Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Einstieg der früheren First Lady Hillary Clinton in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 hat Amtsinhaber Barack Obama der Demokratin demonstrativ den Rücken gestärkt.

Sie würde eine grandiose Präsidentin abgeben, sagte Obama nach Abschluss des Amerika-Gipfels in Panama-Stadt. Clinton will nach Angaben aus ihrer Umgebung ihre Kandidatur am Sonntag via soziale Medien offiziell machen. Die Bekanntgabe, die zunächst für etwa 18 Uhr MESZ erwartet worden war, verzögert sich zunächst auf unbestimmte Zeit.

Es ist der zweite Anlauf der jetzt 67-Jährigen, die 2008 im Vorwahlkampf an Obama gescheitert war. Sie sei damals eine beeindruckende Kandidatin gewesen, bescheinigte Obama Clinton. «Sie war eine große Stütze bei der Präsidentschaftswahl. Sie war eine hervorragende Außenministerin. Sie ist eine Freundin. Ich bin sicher, sie würde eine grandiose Präsidentin abgeben.»

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) begrüßte die erwartete Bewerbung der Ex-First Lady und wünschte ihr viel Erfolg. «Hillary Clinton war Außenministerin und hat sich nicht nur als verlässliche Partnerin Europas und Freundin Deutschlands profiliert, sondern auch in den Krisen der Welt - von Afghanistan bis Nahost - Fingerspitzengefühl bewiesen», sagte Steinmeier in einem Beitrag für die «Bild»-Zeitung (Montagausgabe).

Im Gegensatz zu ihrem ersten Versuch muss Clinton diesmal kaum befürchten, dass sie bereits bei der parteiinternen Kandidatenkür gestoppt wird: Bisher ist keine ernsthafte Konkurrenz in den eigenen demokratischen Reihen in Sicht. Vizepräsident Joe Biden denkt zwar über eine Kandidatur nach, aber laut derzeitigen Umfragen hätte er wie alle anderen potenziellen demokratischen Bewerber praktisch keine Chance, Clinton auszubooten.

Bei den Republikanern haben bereits die Senatoren Ted Cruz und Rand Paul - beide Lieblinge der Tea-Party-Bewegung - ihre Kandidatur erklärt. An diesem Montag will auch Marco Rubio, Senator aus Florida, in den Ring steigen. Zu den weiteren wahrscheinlichen Bewerbern gehört Ex-Gouverneur Jeb Bush, Sohn und Bruder ehemaliger Präsidenten.

Experten zufolge muss Hillary Clinton die Wähler zu überzeugen versuchen, dass sie frische politische Ansätze zu bieten hat und bürgernah ist. In einer am Freitag veröffentlichten aktualisierten Einführung zu ihrem Buch «Hard Choices» über ihre Zeit als Außenministerin gab sie einen Hinweis darauf, dass sie Chancengleichheit für alle Amerikaner zu einem zentralen Wahlkampfpunkt machen und dabei ihren Status als frischgebackene Großmutter nutzen will.

«Ich bin mehr überzeugt denn je, dass unsere Zukunft im 21. Jahrhundert von unserer Fähigkeit abhängt sicherzustellen, dass jedes Kind, geboren in den Bergen der Appalachen oder im Mississippi-Delta oder im Rio-Grande-Tal mit der gleichen Chance auf Erfolg aufwächst wie Charlotte», schrieb Clinton mit Bezug auf ihre kleine Enkeltochter.