Obama warnt nach erster Ebola-Übertragung

Nach der Ansteckung einer Krankenschwester bei einem Ebola-Patienten in den USA hat Präsident Barack Obama eine rasche Aufklärung der Umstände gefordert.

Obama warnt nach erster Ebola-Übertragung
Larry W. Smith Obama warnt nach erster Ebola-Übertragung

Die Gesundheitsbehörde CDC müsse transparent aufarbeiten, wie es trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen dazu kommen konnte, mahnte Obama laut einer Mitteilung des Weißen Hauses vom Sonntag.

Wie die CDC erste Tests bestätigte, steckte sich die Frau ungeachtet ihrer Schutzkleidung und weiterer Sicherheitsmaßnahmen an. Es ist das erste Mal, dass Ebola in den USA übertragen wurde. Ihr Gesundheitszustand sei stabil, hieß es vom Krankenhaus. CDC-Chef Tom Frieden zufolge enthält das Blut der Frau erst wenige Viren, daher sei die Hoffnung auf Genesung groß. Die Frau hatte am Freitag leichtes Fieber gemeldet, ein erster Test ergab Ebola. Die Behörden suchen nach möglichen Kontaktpersonen.

Die Frau betreute den Mann, der die lebensgefährliche Krankheit aus Afrika in die Vereinigten Staaten gebracht hatte und daran vergangenen Mittwoch in einem Krankenhaus in Dallas im Bundesstaat Texas gestorben war. Obwohl die Frau sofort isoliert wurde, wollte die CDC neue Übertragungen nicht ausschließen. «Ich will es klar sagen. Es besteht die Möglichkeit, dass es weitere Fälle hier in den USA geben wird», sagte CDC-Chef Frieden in Atlanta.

Wie es zu der Übertragung kommen konnte, war zunächst unklar. Erst kürzlich hatte sich eine Pflegehelferin in Spanien trotz strenger Schutzmaßnahmen bei einem Ebola-Patienten angesteckt. Sie soll sich beim Ausziehen des Schutzanzugs mit einem Handschuh versehentlich ins Gesicht gefasst haben. In Deutschland werden momentan zwei Ebola-Patienten behandelt, einer in Frankfurt am Main, der andere in Leipzig.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat inzwischen weit über 8000 Ebola-Fälle in den drei am stärksten von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone registriert. Mehr als 4000 Menschen starben. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Aus Angst vor der Krankheit waren in den vergangenen Tagen international die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Auf dem New Yorker John F. Kennedy-Flughafen werden Reisende aus Ländern mit Ebola inzwischen auf mögliche Symptome untersucht. Vier andere große US-Flughäfen sollten folgen. Auch Israel hat spezielle Kontrollen für Reisende aus der westafrikanischen Krisenregion eingeführt. Dies gilt für den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv sowie für alle Grenzübergänge und Seehäfen.

Ähnliche Prüfungen sind in Deutschland vorerst nicht geplant. Dort gibt es nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kein Grund zur Sorge. Es gebe «hervorragend ausgestattete Behandlungszentren», die auf den Umgang mit hoch ansteckenden Krankheiten spezialisiert seien, sagte der CDU-Politiker der «Rheinischen Post» . Die Notfallpläne für den Umgang mit Erkrankten würden regelmäßig geübt. In Großbritannien wurde am Wochenende landesweit ein Ebola-Ausbruch simuliert.