Obama wegen Ebola unter Druck

Nachdem sich zwei amerikanische Krankenschwestern mit Ebola infiziert haben, geraten die US-Gesundheitsbehörden und Präsident Barack Obama unter Druck. Bei einer Kongressanhörung wurde scharfe Kritik am Krisenmanagement laut.

Obama wegen Ebola unter Druck
Kevin Dietsch / Pool Obama wegen Ebola unter Druck

Obama versuchte zwar nach einem weiteren Treffen mit Experten, die Wogen zu glätten. «Ich verstehe, dass sich die Leute Sorgen machen», räumte er am Donnerstagabend (Ortszeit) ein. Einreiseverbote für Menschen aus den Ebola-Krisenländern in Westafrika lehnte er aber zunächst ab. Es komme darauf an, die Krise an der Wurzel, also in Westafrika, zu bekämpfen.

Panik herrscht in den USA nicht.

glicherweise werde er einen «Ebola-Zar» - also einen Top-Koordinator zur Bekämpfung der Seuche - ernennen, fügte Obama hinzu.

Der Chef des texanischen Krankenhauses, in dem der erste Patient außerhalb Afrikas behandelt worden war, entschuldigte sich während der Anhörung. Der Patient ist inzwischen gestorben.

Auch die EU-Gesundheitsminister kommen in die Kritik. «Durch früheres entschiedenes Handeln hätte die Epidemie eingegrenzt werden können», sagte Tankred Stöbe, Vorstandschef der deutschen Sektion der Organisation Ärzte ohne Grenzen der «Frankfurter Rundschau». Er kritisierte auch die Weltgesundheitsorganisation WHO. «Wir haben schon im März vor der Ausbreitung des Ebola-Virus gewarnt. Spätestens im Juni war die Epidemie außer Kontrolle. Aber selbst die WHO reagierte nur zögerlich.» Die EU-Gesundheitsminister hatten am Donnerstag unter anderem über strengere Ausreisekontrollen in Westafrika beraten.