Ölpest in Norditalien: Regen behindert Eindämmung

Nach einem Raffinerieunfall kämpfen Einsatzkräfte in der norditalienischen Hafenstadt Genua gegen eine Ölpest. Heftiger Regen zerstörte eine Sperre, die eine Ausbreitung des ausgeflossenen Öls verhindern sollte, wie die Stadt mitteilte.

Ölpest in Norditalien: Regen behindert Eindämmung
Luca Zennaro Ölpest in Norditalien: Regen behindert Eindämmung

Am vergangenen Sonntag war eine unterirdische Pipeline geborsten, die die Raffinerie mit dem Hafen verbindet. Dabei floss Öl in zwei Kanäle und den Fluss Polcevera und soll Strände nahe der Mündung des Stroms verseucht haben. Von den 500 Tonnen des ausgeflossenen Öls sollen etwa zehn Prozent ins Meer gelangt sein.

«Die Situation ist kompliziert, wir wissen nicht, wieviel Öl noch ins Meer gelangen könnte», teilte der für den Katastrophenschutz zuständige Stadtrat Gianni Crivello mit, nachdem eine der fünf Barrieren am Polcevera gebrochen war. In einer Stellungnahme des Infrastrukturministers Graziano Del Rio hieß es später: «Die Situation (...) ist heikel aber unter Kontrolle. Sie arbeiten am Wiederaufbau der Sperren und errichten eine Schutzkette.» Die Hafenbehörde teilte mit, dass beim Nachgeben der Barriere kein weiteres Öl ausgetreten sei, da die anderen Sperren noch dicht seien.

Die Raffinerie Iplom musste ihren Betrieb bis auf Weiteres einstellen und einigte sich mit den Gewerkschaften auf eine vorläufige Freistellung von 240 ihrer 252 Mitarbeiter. «Es ist ein schwieriger Augenblick für uns alle», hatte Firmenchef Giorgio Profumo am Freitag eingeräumt.