Ölpreis-Schwäche und China belasten den Dax

Weiter schwache Rohölpreise haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt verschreckt.

Nachdem bereits die Börsen in den USA und in Asien mit teils massiven Verlusten auf den neuerlichen Ölpreiseinbruch reagiert hatten, büßte auch der Dax im frühen Handel 1,71 Prozent auf 9569,35 Punkte ein. Bereits zu Wochenbeginn hatte der deutsche Leitindex seine zweitägige Erholungsreaktion auf seinen verpatzten Jahresstart abgebrochen.

Wegen des Ölpreisverfalls scheuten die Anleger wieder das Risiko und verkauften daher Aktien aus ihren Portfolios, sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets in London. Auch der Kurseinbruch an Chinas Festlandbörsen macht die Anleger bange und erinnert an den desaströsen Jahresstart.

Der MDax verlor im frühen Handel 1,72 Prozent auf 18 948,91 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax sackte um 1,80 Prozent auf 1658,04 Punkte ab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 1,79 Prozent auf 2947,98 Punkte.

Der schwachen Marktstimmung zum Trotz kletterten die Siemens-Aktien um 3,87 Prozent und waren damit der einzige Dax-Wert im Plus. Die am Vorabend veröffentlichten Zahlen zum ersten Geschäftsquartal und die angehobene Gewinnprognose fanden vor dem Start der Hauptversammlung Anklang unter den Börsianern.
    
SocGen-Analyst Alasdair Leslie etwa sprach von einem soliden Zahlenwerk, aus dem die Healthcare-Sparte herausgeragt habe. Die wichtigsten Themen der Hauptversammlung dürften nun der radikale Konzernumbau und die vorzeitige Wiederwahl von drei Aufsichtsratsmitgliedern sein.

Kräftig im Plus zeigten sich im SDax zudem die Papiere von Gerry Weber, die um 4,17 Prozent stiegen. Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2014/15 kündigte der Modekonzern nun eine Neuausrichtung an. Über konkrete Ziele und Maßnahmen will das Management zur Vorlage der detaillierten Zahlen Ende Februar berichten.

Im TecDax war der Jenoptik-Konzern mit seinen wichtigsten Quartalszahlen hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben. Die Papiere büßten 4,60 Prozent ein.